3Anftes Kapitel: Das Ende d. russ. Übergewichtes u.d. Selbstbestimmung d. Völker. 397
Lat^ ^^^erungen. Der Sultan hatte Napoleons Anspruch, daß den(römischen Katholiken) gleiche Rechte an den heiligen Stättenüüe den Griechen, für berechtigt erklärt. Nun verlangte Men-der Zurücknahme dieses Firmans, die Anerkennung der Vorrechtey . siechen an diesen Stätten und die Schirmvogtei über alle^»Nischen Christen des türkischen Reiches. Das wäre der Tod des^ ?ren Mannes gewesen, denn bei der innigen Verflechtung von weltlichen^^ichen Interessen im osmanischen Reiche würde in sehr vielen^ Entscheidung dem russischen Kaiser zugestanden haben. Derdu ^!^bnde Sultan hätte vielleicht nachgegeben, wenn nicht die ülemas,m. ^rsetzeskundigen, die Wächter des Glaubens und Rechtes, mit einerg^/iution gedroht, und England und Frankreich ihren Schutz in Aussichtl'ück^ Hütten. So wies die Pforte das russische Ultimatum ab. SofortGn ^ russischen Truppen unter dem Befehl des Fürsten Michaelichakow in die Moldau und Walachei ein, nicht in kriege-Absicht, wie der Zar in einem Manifeste erklärte, sondern nur,Neb Donaufürstentümer als materielles Unterpfand in Besitz zuu, bis die Pforte seine Forderungen befriedigt haben würde. UmKri ^^ü)e Volk für die Sache zu begeistern, suchte der Zar demreligiösen Charakter aufzuprägen. Ehe die Heere über denPngen, veranstaltete er in Petersburg eine große MilitärparadeKirä/^b" feierlichen Gottesdienst, wobei er als Patriarch der russischenBeiü ^ griechische Kreuz in der Hand in die Jsaakskirche zog, um denden R ^ ^ Himmels für den heiligen Kamps zu erflehen. Die einrücken-(dw fanden in den Donaufürstentümern selbst keinen Widerstand
eiM^sswdare Ghika von der Moldau und Nirbeh von der Walachei^ L k österreichisches Gebiet), Wohl aber erhob sich in Paris unddern/^iw" die öffentliche Meinung gegen ihr Vorgehen. Napoleon, gutw d^' ^te schon bei Menschikows Auftreten eine französische Flottegriechischen Gewässer entsandt; dann langte auch ein englischesBest? Kn und vereinigte sich mit dem französischen in derdry, ?Eai (unweit des alten Troja). Auch Österreich fühlte sich be-lands ^ die Schiffahrt auf der Donau vollständig in die Macht Ruß-Neo geraten mußte; es hatte außerdem kurz vorher schon in Monte-gro die russischen Pläne durchkreuzt.
^techn^ Bewohner des „Schwarzen Gebirges" (Montenegro), ein streitbares Räubervolkdrilln ^ Konfession, dessen Fürst (Wladika) die geistliche und weltliche Obermacht in seiner^onil^b^lste (II, Z 383), standen ganz unter Rußlands Einfluß- Der junge Fürstinner M- I' degab sich nach seinem Regierungsantritt sogleich nach Petersburg. Als nachAiont-n^ . ^ die geistliche Würde von der weltlichen getrennt wurde und bald darauf diedie einen Kriegszug gegen das türkische Gebiet unternahmen, glaubte man darin
Patrst-rlN russischen Kaisers zu erkennen: der erste Schritt sollte die Montenegriner demzweite nKonstantinopel entziehen und der russischen Kirchenaufsicht unterstellen, der^rken n ^^nal zu einem allgemeinen Aufstand der slawischen Christen geben. Die^"egat /^Egneten aber dem Einfall mit großer Energie. Von Skntari aus drang der^d dÜcha, ein ehemaliger österreichischer Unteroffizier, aus Kroatien, in das
christlich. A^..^te die größten Gewalttaten aus. Da legte sich Österreich, das weder dieZu einer ^Ekerung unter seinen Augen Hinmorden lassen noch den Russen Gelegenheitplannt? geben wollte, ins Mittel. Der Feldmarschallleutnant v. Leiningen
^Rerreichz die Einstellung der Feindseligkeiten, und die Pforte erkannte die Absichten
^Mdtn 7 ' Einschreiten Rußlands zu verhindern, und willigte in die Forderungen desionisch türkischen Truppen wurden zurückgezogen, und Fürst Danilo dankte per-
^flande Steuer Kabinett für die geleistete Hilfe. Montenegro blieb in dem früheren
Russische
Forderungen
10. Mai 1853
Besetzung derDonau-fürstentümer
26. Juni
Haltung derWestmächte
14. JuniÖsterreich
Montenegro
Danilo I.1852—1860
Jan. 1853
Febr. 1853