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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.
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Reformen
1856
1857
1858
Ein Amnestieerlaß gewährte den meisten polnischen Flüchtlingen die Aukehr in die Heimat und die Wiedereinsetzung in ihre bürgerlichen Rechte,folgenden Jahre wurde eine neue, der russischen nachgebildete GerichtsorgamMeingeführt und an jedem Gymnasium ein Kursus zur Ausbildung imRecht errichtet. Sodann wurden die Gutsbesitzer aufgefordert, sich "^6^ ,
lösung der bäuerlichen Fronden innerhalb fünf Jahren auseinanderzusetzen,nach Verlauf dieser Frist werde die Regierung die Ablösung durchfüh^"'Mehrere Jahre lang unterblieben die Aushebungen zum Militär; die Schräm 'welche das Reich von dem Auslande abgeschlossen hatten, fielen auch in Polen rvreRußland, und Warschau wurde wie Petersburg in das große EisenbahnsMaufgenommen, durch welches alle Teile des Reiches unter sich und mit oübrigen Europa in Verbindung gesetzt werden sollten. Zugleich wurdenSatzungen einer Landwirtschaftlichen Gesellschaft in Warschau genehmigt-der Postverwaltung trat an die Stelle der russischen Sprache die polnische,Städten wurde die freie Wahl ihrer Gemeindebehörden eingeräumt, in der 4
waltung wurden Reformen in Aussicht gestellt. Auch in kirchlichen Dingen >
machte
römisch*
kund-
Polnische
Demonstra-
tionen
rä.
sich ein duldsamer Geist geltend, nur der Übertritt von der griechischen zurkatholischen Kirche blieb untersagt.
SNEung Trotz alledem gab sich unter den Polen eine aufgeregte Stimmung
Die Schwächung Rußlands durch den Krimkrieg erweckte in der Nationalpardie Hoffnung, durch einen Aufstand die Unabhängigkeit Polens zu erlange >auch die Vorgänge in Italien (Z 212), sowie der von Frankreich aus verkünGrundsatz der nationalen Selbstbestimmung (Z 211) übten einen unverkennbaEinfluß auf die Gemüter aus. Unter der Einwirkung der im Ausland weilen^Emigranten, welche, den veränderten Verhältnissen entfremdet, an den IdeenVergangenheit festhielten (§ 123), bildete sich eine Partei des nationalenstandes, die, durch Geheimbünde über das ganze Land verbreitet, jede Geleb ,heit zu Demonstrationen benutzte. Doch waren die Gesinnungen noch sehr ge" ^besonders zeigten sich die Bauern zurückhaltend, ja vielfach russenfreundlich- .
Im Herbst 1860, als Alexander mit den Herrschern von Österreich ^Preußen in Warschau eine Zusammenkunft hatte, trat zuerst ein anheimln?Geist zutage: der Adel hielt sich von den Festen fern, welche durch die A"west 'heit der hohen Herrschaften veranlaßt wurden. Da nun aber trotz mancher ^zeichen eines Aufstandes die Regierung sich untätig verhielt, wurde amg-dr.isei tage der Schlacht von Grochow (§ 123) eine größere Demonstration veranstan 'die zusammengeströmte Menge mußte mit Säbelhieben auseinandergetriewerden. Am andern Tage kam es zu neuen blutigen Zusammenstößen mitMilitär. Fürst Gortschakow suchte in einer Proklamation versöhnend einzwirken; er gestattete die Bildung einer Bürgerwehr, des „Sicherheitskonnte ^und die Absendung einer Adresse an den Kaiser, in der beklagt wurde, datzpolnische Nation eines gesetzlichen Organs entbehre, durch das sie unnntte.es. MLrz^ dem Zaren ihre Wünsche vortragen könnte. Schon am 26. März ersHein Ukas, in dem den Polen die Errichtung einer selbständigen Sektion lKultus und Unterricht in Warschau unter der Leitung des allgemein geach. ^polnischen Magnaten Alexander Wielopolski sowie die Einsetzung erpolnischen Staatsrats und die Organisation von wählbaren Gemeinde-, ^und Gubernialräten zugestanden wurden. Es war der Anfang einer staat^Neubildung auf nationaler Grundlage.
Aber die Polen wollten mehr: sie wünschten die Herstellung ihres a .Staates. Die Aufregung wuchs, als die Regierung die Bürgerwehr en ^und den Landwirtschaftlichen Verein auslöste, den sie nicht ohne Grün ^?.AprU i«si die Seele der ganzen Bewegung ansah. Vor dem Gebäude dieses Vereins
sich die Menge an und sang das Nationallied: „Noch ist Polen nicht nerlo)r das Schloff des Stattkalters roa. lieb Fürst GortsH
auf. ^
Als man dann vor das Schloß des Statthalters zog, ließ FürstMilitär ausrücken und forderte das Volk zum AuSeinandergehen