428
Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863 .
Napoleons rasches Vordringen an der Spitze seiner Garde hätte rhan der Brücke von Buffalora verderblich werden können, wären wdie Truppenabteilungen unter Mac Mahon, Canrobert und Niel n4.Juni"iWy rechtzeitig eingetroffen. Nun erfolgte die Schlacht von Magenta,welcher, da auf feiten der Österreicher jede einheitliche Führungund die einzelnen Befehlshaber, Clam-Gallas, Liechtenstein, Zobel, üvöllig selbst überlassen waren, die Franzosen den Sieg davontrugen-Lombardei war der Preis des Kampfes: schon an den beiden uächl .Tagen wurde Mailand geräumt, die Festungswerke von Pavia uPiacenza gesprengt, die Besatzungstruppen aus allen Städten abberu!
Am 8. Juni zog Napoleon an der Seite Viktor Emanuels unter
dB
Parma
Modeiia
Jubel des Volkes in Mailand ein, während die österreichischen Truppserst am Mincio eine neue Stellung nahmen, wo sie durch das Festung"Viereck (Peschiera, Mantua, Verona, Legnago) gedeckt waren. ^dm mute/-" Die Unfälle Österreichs führten den Sturz der von ihm geschütztenUattschen' gierungen herbei. Schon im April war Großherzog Leopold II. von 40Toscana cana durch einen allgemeinen Abfall von Heer und Beamten in die twendigkeit versetzt worden, Florenz zu verlassen, worauf eine Provisors,Regierung unter dem Protektorat Viktor Emanuels eingesetzt wurde, ^der Schlacht von Magenta verließ auch die Herzogin Luise von Pa* ^mit ihrem minderjährigen Sohne Robert ihr Land und wandte sich " ^der Schweiz, und bald nachher suchte der Herzog Franz V. vonMode^Schutz im österreichischen Lager jenseits des Mincio. Überall wurdeitalienische Fahne ausgepflanzt und der Anschluß an Sardinien verlasBologna Auch Bologna sagte sich von dem Papste los und rief die Diktatursardinischen Königs aus; und schon damals wären die päpstlichensitzungen größtenteils von Rom abgefallen, hätte nicht die blutigeM. Jum stürmnng der Stadt Perugia durch die Schweizertruppen des Patzbsolchen Schrecken verbreitet, daß in Ancona, Ravenna, Ferrara und anewärts die römische Herrschaft vorerst noch erhalten blieb. ..
Stimmung Während dieser Vorgänge herrschte in Deutschland große ErregEland Österreich bemühte sich, Preußen und die deutschen Bundesregierungen iTeilnahme an dem Kriege zu bewegen und die'Unterstützung des österreichlBReichs als eine deutsche Angelegenheit darzustellen: der Krieg, der jew ^Po geführt werde, könne bald an den Rhein verlegt werden. Eine Elang hatte es den Anschein, als ob die öffentliche Meinung, die sich ^sonders in Bayern und in ganz Süddeutschland laut für AnschlußÖsterreich aussprach, die Regierungen fortreißen würde: es wurdenrüstungen gemacht; Preußen stellte nach und .nach sein ganzes HeiU .den Kriegsfuß. Aber bei den ^deutschen Bundesregierungen wurden "lkriegerischen Anwandlungen bald beschwichtigt, als an gar manchen b ,ein kläglicher Zustand im Heerwesen zutage trat, als das englische Msterium, das den Einfall Österreichs in das sardinische Gebiet eine ,, Lbrecherische Handlung" genannt hatte, die drohende Erklärung gab' hes die deutschen Handelsschiffe gegen die französischen Kriegsschiffe .Kaper nicht in Schutz nehmen würde, wenn der Bund, ohne vonreich angegriffen zu sein, Österreich Beistand leisten sollte; als der rusÜMMinister Gortschakow in Frankfurt den Satz geltend machte, daß der 2Pnur defensiver Natur sei und mithin gar nicht das Recht habe, ,iufremden Kriegssache angriffsweise vorzugehen. Rußland hatte nicht v