Band 
Vierter Band.
Seite
430
JPEG-Download
 

430

Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863. 8

215 .

das selbst in seiner Bedrängnis die Rivalität gegen Preußen nichtgaß, verlangte, daß dieser nur zum Bundesfeldherrn ernannt tversolle, eine Bedingung, die der Prinzregent geradezu als eine persönnBeleidigung ansah, da er dadurch vom Bundeskriegsrat in Frankfurthängig geworden wäre. Trotzdem kam er dem zu weiteren Unterhandlungnach Berlin gesandten Fürsten Windischgrätz aus das freundlichste entgegstand^JuiiDa traf beide gleich unerwartet die Nachricht von dem in VillafraNzwischen Franz Joseph und Napoleon abgeschlossenen W äffe n still stau 'Die Lage Österreichs in Italien war eine sehr bedenkliche geworden- .meist aus Ungarn bestehendes Armeekorps mußte als unzuverlässig ininnere Österreich zurückgeschickt werden; brauchbare Ergänzungen tvanicht vorhanden. Zugleich hatte sich die schlimme Verfassung derpflegungs- und Kriegsverwaltung herausgestellt. Dazu kam noch, daß °junge Kaiser vor dem furchtbaren Blutvergießen zurückschauderte; ß"er doch, als am Tage nach der Schlacht bei Solferino Benedek zuneuen Kampfe riet, mit Tränen in den Augen gerufen: „Lieber eProvinz verloren als noch einmal so gräßliche Dinge erleben!" Vonwärtigen Mächten war keine Hilfe zu erwarten; die von Preußengebotene hatte Österreich ja abgelehnt. Auch Napoleon neigte zumDas französische Heer war durch den italienischen Feldzug hart ^genommen; außerdem scheute er vor einem längeren Festungskriegeden Österreichern zurück; vor allem aber sah er Preußen gerüstet, umam Rhein in den Arm zu fallen. Er hatte zwar die Losung in dieerlassen: „Italien frei bis zur Adria!", da aber die Verfolgung dm^Zieles für den Augenblick allzu gewagt gewesen wäre, begnügte er 1ii. Jun mit einem geringeren Siegespreis. Drei Tage nach Abschluß des Ä>ass^stillstandes erfolgte eine persönliche Zusammenkunft beider Kaiser,welcher die Präliminarien des Friedens festgestellt wurden. Öfl^ «sollte die Lombardei mit Ausnahme von Peschiera und Mantua an ^reich abtreten, Napoleon sie dann an Sardinien übergeben; Italien! ^sich zu einem Staatenbund zusammenschließen unter dem EhrenvorW §Papstes, Venetien einen Teil dieses Bundes bilden, jedoch unter der Kr^des Kaisers von Österreich bleiben; der Wiedereinsetzung der SouveräneToscana und Modena solle kein Hindernis in den Weg gelegt werden,diese von ihren Untertanen selbst zurückgerufen würden. Zur völligenledigung dieser Punkte sollten Bevollmächtigte beider Reiche in Znzusammentreten.

Viktor Emanuel und sein Minister Cavour waren aufs tiefste erbi ^über den Bruch der Versprechungen von Plombieres, und Cavour sosii. Jun sofort seine Entlassung. Er arbeitete nun als Privatmann auf die ^richtung eines nationalen Einheitsstaates hin, und sein Beispiel «Z-italienischen Patrioten aufrecht. Der Waffenstillstand vermochte die vo ^tümliche Einheitsbewegung nicht mehr aufzuhalten. Das „Italia ^rn ^86!" („Italien wird ganz allein fertig werden") erklang überall'schon im August und September beschlossen Toscana, ModkBologna und Parma durch Volksabstimmungen ihre ^gliederung an Piemont und übersandten dem König Viktor Ewaihre Huldigung. Da dieser zunächst genötigt war, die Sache hinzuha ^schloffen die vier Landschaften ein Bündnis unter sich und stellten Trup^io.Nov.i8ss auf. Der nun abgeschlossene Friede von Zürich bestätigte zwar

Volksabstim-mungen16. Aug.19. Aug.

6. Sept.14. Sept.