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Vierter Band.
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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.

K21S.

Mai 18601861, 1862

AuswärtigePolitik desPrinzregsn-ten

io.No». 1859 diese nationale Bewegung bei dem von allen Deutschen begangenen 100 jährigeGeburtstag Schillers. Der Prinzregent gewährte dem Nationalverein Zutuin Preußen, während Österreich ihn sofort als revolutionär zu verdächtigesuchte und mehrere Mittelstaaten ihn geradezu verboten. Nun lagen dlSchäden der deutschen Bundesverfassung, besonders in den Heeresfragen, stoffen zutage, daß überall der Wunsch einer Reform sich äußerte. Dabeikam der Plan der Trias (A 172) wieder zum Vorschein: das Zusammen-schließen der Mittel- und Kleinstaaten zu einer selbständigen Gruppe nebeÖsterreich und Preußen. Besonders der sächsische Minister von Beulund der bayerische v. d. Psordten traten mit solchen Anträgen hervor,diesen aber stellte der Prinzregent sofort seine Wehrpläne entgegen: die nor^deutschen Kontingente sollten sich an Preußen, die süddeutschen an Östs^reich anschließen. Bei der Abstimmung im Bundestage blieben bestParteien in der Minderheit, und so ging Preußen selbständig vor, indemes durch besondere Militärkonventionen mit Waldeck, Lippe-Detmmund Koburg-Gotha deren Truppenteile an das preußische Heer angliederte nnso in ähnlicher Weise die künftige deutsche Heeresversassung vorbereitete,wie früher die Zolleinheit eingeleitet worden war. ..

Auch in der auswärtigen Politik trat der Prinzregent fest auf. RstNapoleon ihn zu einer persönlichen Zusammenkunft nach Baden-Bad e^is.Juni i8M eirilud, da empfing ihn der Prinzregent an der Spitze der wichtigst^deutschen Fürsten, um so aller Welt zu zeigen, daß er nur als VertreteGesamtdeutschlands mit Napoleon verkehren wolle, wie er denn in dreiZusammenkunft nur unter der Bedingung gewilligt hatte, daß von debAndeutungen Napoleons, Preußen könne Wohl Gebietserwerbungen ader Nord- und Ostfee erhalten, wenn es Frankreich im Westen ähnlmgestatte, keine Rede sein dürfe. Napoleon hatte Neigung, die gegen SardinNbefolgte Politik (§ 213) gegen Preußen zu wiederholen; davon wollte dePrinzregent nichts wissen. Um aber für alle Fälle sicher vorgehen zu können,hielt er eine Umgestaltung des preußischen Heeres für dringengeboten; diese führte zu einem schweren Konflikt zwischen der Re-gierung und der Volksvertretung.

Die preußische Heeresverfassung beruhte auf dem Gesetz von 1814 (Z 109), nachjeder waffenfähige Mann zu einer dreijährigen aktiven Dienstzeit verpflichtet war; es wurden ajährlich nur 40000 Mann ausgehoben. Diese Ziffer war für die Bevölkerung _

von etwa 16 Millionen Seelen des Jahres 1820, in welchem die Organisation des ststen ^Heeres vollendet wurde, berechnet; mit der Zunahme der Bevölkerung mußten daher v>wehrfähige junge Leute wegen Mangels an Raum dienstfrei bleiben: es waren das 1bei einer Bevölkerung von etwa 18 Millionen, mehr als 23000. Im Jahre 1833 h"man, um mehr Leute einstellen zu können, die zweijährige Dienstzeit bei der Infanteriesuchsweise eingeführt, war aber 1852 zur 2'/s jährigen übergegangen und 1856 zur l>rjährigen Dienstzeit zurückgekehrt. So konnten alljährlich Tausende von jungennicht in das Heer eingestellt werden; wer sich aber nicht freiloste, der mußte in der Vr 'Reserve und Landwehr 19 Jähre zum Kriegsdienst bereit sein; das zweite Aufgebot der Lawehr bestand fast ausschließlich und auch das erste zu einem großen Teile aus verheirateMännern. Diese Mißstände waren bei der Mobilmachung von 1859 besonders scharf b^r

getreten. In den 5 Armeekorps befanden sich unter den einberufenen Landwehrleuten er)

Aufgebots 55277 Familicnväter, deren Angehörige oft der Gemeinde zur Last fielen, währeHunderttausende gesunder junger Leute dienstfrei umhergingen. »Hier wollte der Prinzrege^der wie kein anderer in diesen Heeresfragen zu Hause war, bessernd eingreifen; diereform war sein „eigenstes Werk". Ihre beiden Grundgedanken waren die vollständige Dnführung der allgemeinen Wehrpflicht und die Ersetzung der Landwehr erstenin der mobilen Feldarmee durch Reservisten: es sollten deshalb statt 40000 jährlich 6a ,Mann ausgehoben und die drei jüngsten Jahrgänge der Landwehr noch in die Reserve a

Heeres-

reform