442 Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863 .
herstellte, erklärte der Minister, daß die Verfassung, welche über den vor"liegenden Fall keine Bestimmungen enthalte, eine „Lücke" habe, «wführte die Staatsgeschäfte ohne Budgetgesetz in der herkömm-lichen Weise fort, die vermehrten Ausgaben aus den laufenden Einnahm«'dem Staatsschatz und den Kassenbeständen bestreitend. Die Regierungn Juni 1863 suchte durch eine Preßverordnung die immer stärker anschwellende Bewegungzurückzukämmen, dadurch stieg die Erbitterung nur noch mehr, so daßsogar der Kronprinz Friedrich Wilhelm in einer öffentlichen Kundgebung-. 3 «ni in Danzig seine Mißbilligung über diese Maßregel aussprach ^
Der
Nationalverein (ß 219) strich „die preußische Spitze" aus seinem PrograMM-und doch hatte Bismarck an andern Stellen schon durch die Tat bewiest 'daß sein ganzes Streben der Größe Preußens und damit Deutschlands ga«§ 221. Die deutsche Frage. Schon 1861 hatte Graf Bernsto«eine Note an die deutschen Höfe gerichtet, in welcher die Unionspol«Friedrich Wilhelms IV. wieder aufgenommen und ein engerer deutD.Bund unter Führung Preußens in Vorschlag gebracht wurde. 3«"?!besaß Bernstorff trotz seines deutschen Patriotismus nicht Entschlossen^.genug, um die großen Schwierigkeiten, die sich der Lösung der deutsch^Frage in den Weg stellten, zu überwinden; es bedurfte dazu eines Bisw« 'der Wohl wußte, daß nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse die groß .Fragen der Zeit entschieden werden könnten, sondern nur durch „Blut uis. D°,.i8WEisen", der in einem rückhaltlosen Gespräche mit dem österreichischen ^ .sandten in Berlin, Grafen Karolyi, erklärt hatte: Preußen werde erÜberschreitung der Bundeskompetenz durch Mehrheitsbeschluß als Bunde^bruch betrachten und seinen Gesandten aus dem Bundestag abberufen Mwst^'und der schon 1851 auf eine Anspielung des Grafen Thun, daß PreußenFriedrich den Großen einmal das große Los gewonnen habe und stw " °durch verleiten lasse, seinen Haushalt jährlich auf die Wiederkehr dmglücklichen Zufalls einzurichten, die schneidende Antwort gegeben hatte, wediese Ansicht in Wien vorherrsche, dann werde Preußen nochmals in derwußten Lotterie setzen müssen. Sein erster Schritt in den deutschen Auglegenheiten zeigte, daß Preußen entschlossen war, Ernst zu machen mit st«Forderungen. Der Kurfürst von Hessen hatte sein altes Spiel (8wieder begonnen, der Streit zwischen ihm und dem Landtage war aufs « .ausgebrochen; er übte einen passiven Widerstand, indem er kein Aktenstmehr unterschrieb und so die Staatsgeschäfte lahmzulegen suchte-schickte Preußen nicht mehr einen hohen Beamten als Beauftragten, stnö^einen einfachen Feldjäger und drohte ihm energisch mit Anrufung ".Agnaten des hessischen Hauses und mit Absetzung durch FamilienbeM^Das half rasch: die Verfassung von 1831 (Z 126) wurde wiederherges« .^Zollverein Ebenso entschieden ging die preußische Regierung in der Angelegen^2g.Msrz 1862 des Zollvereins vor. Sie schloß mit Frankreich einen Handelsvertaus freihändlerischer Grundlage und forderte die Mitglieder des deuM„Zollvereins zur Zustimmung zu den durch denselben nötig gewordenen Z -Veränderungen auf. Als diese, durch geheime Intriguen Österreichs',den ihm verhaßten Zollverein zu sprengen hoffte, aufgestachelt, Schww ^leiten machten, da verlangte die preußische Regierung, die in dieservon dem Abgeordnetenhause unterstützt wurde, entweder Annahwe .Handelsvertrages oder Auflösung des Zollvereins. Und als die Mstaaten noch zögerten, kündigte sie die Zollverträge. Aber der Zollve
Kurhefsen