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Vierter Band.
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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863 .

aufgefordert wurde, blieb die preußische Regierung fest. In einenr22 . Sept. schreiben an die deutschen Fürsten legte sie die Bedingungen dar, unter t>e ,sie einer Reform zustimmen könne: den beiden Großmächten müßte lvenwlbei der Abstimmung über eine Kriegserklärung die ausschlaggebende StM,eingeräumt werden, Preußen müsse in betreff des Vorsitzes Österreich Egestellt sein, und an Stelle der Delegierten müsse eine aus der direkWahl hervorgehende Nationalvertretung gesetzt werdÖsterreichs Resormplan war damit gescheitert: als es aus einerkonferenz in Nürnberg forderte, daß die Staaten, die den Franksil ,Plan angenommen hatten, auch ohne Preußen sich zu einem festeren M ^W. Da. vereinigen sollten , da versagten die Mittelstaaten, die ebensowenigPreußen wie an Österreich ihre Souveränität verlieren wollten, Diestimmung Österreichs über diese Weigerung der Mittelstaaten führte da^zunächst wieder zu einer Annäherung au Preußen. Da aber wurde ^Aufmerksamkeit von den inneren deutschen Verhältnissen abgelenkt aufschleswigj-holsteinische Frage (Z 237).j

Lage inIndien

in

Sechstes Kapitel.

Die außereuropäischen Staaten.

F. Die Empörung im indobritischen Reiche.

§ 222. Ursachen und Anfänge. Schon seit Jahren gabdem angloindischen Reiche eine große Unzufriedenheit kund. ^

Man klagte, daß die mit den einheimischen Fürsten geschlossenen Ber ^nicht gehalten würden, daß die englischen Gerichtshöfe das Recht beugten, ^die Besteuerung drückend sei, daß die Beamten, Richter und Offiziere durchPressungen aller Art sich große Reichtümer verschafften und trotz eine» ^geheuren Luxus noch unermeßliche Summen in die Heimat zurückbrächten,sie die Eingeborenen mit tiefer Verachtung behandelten und den aus allenund Ländern zusammengeworfenen Truppen jeden Frevel ungestraftließen. Alle Mißbräuche eines orientalischen Despotismus zeigten sich und " „

um so böser empfunden, als sie von fremden Machthabern einesGlaubens ausgingen. Hierin lag der hauptsächlichste Grund zur Emp^^-Denn wenn auch die Regierung die äußerste Rücksicht gegen die religiösen ^bräuche der Hindus und Mohammedaner empfahl und den Eifer der MÜmin Schranken hielt, ja manche Großbeamte diese Schonung so weit triedewman sie fast einer Begünstigung des Heidentums oder des Islams deschru ^konnte, so hegten die Engländer doch im allgemeinen eine zu tiefegegen das indische Religionswesen mit seinem krassen Aberglauben und I ^knechtischen Kastenzwang, als daß sie nicht tausendfach Anstoß gegeben ""he"Leidenschaften gereizt hätten. So war ein brennender Haß gegen die

Herrscher entstanden. Es bildete sich eine geheime Verschwörung, nnMohammedaner und Hindus mit gleichem Eifer sich beteiligten; kleine ^ gvon Hand zu Hand gereicht, dienten als Erkennungszeichen. Diese Verschwar um so gefahrvoller, als sie Eingang in das Heer gefunden hatte, dagrößten Teil aus Eingeborenen, Sipahis (Sepoys), bestand. Ein UmstandArt förderte den Aufruhr im Heer. Man hatte für die neue EnfieldbucYItronen eingeführt, bei denen die Kugeln mit Schweine- und Ochsenfett efNg^^lwaren. Dies erregte Anstoß, da den Mohammedanern das Schwein ew ^ist, den Hindus Rinder so heilig gelten, daß ihre Verletzung die Ausstoßnn»