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Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.
nordamerikanischen Unionsverfassung, mechanisch entlehnte Staatsordnungen, .jede Unterlage fehlt. Die südamerikanischen Republiken hatten gegen die >pHerrschaft im Grunde nur die Diktatur ehrgeiziger, habsüchtiger Generalegetauscht. Wie in den Vereinigten Staaten des Nordens ist auch in denpubliken des Südens und der Mitte die Staatsgewalt zwischen einem ^Präsidenten und einem aus Senat und Deputiertenhaus bestehenden geseWden Kongreß geteilt, bald mit direktem, bald mit indirektem Wahlmodus:unter dieser Decke tummelten sich die verschiedenartigsten Leidenschaften, dkicht"daß Kreolen, eingeborne Indianer und Mischlinge in unaufhörlichem Ka ^um die Herrschaft rangen: neben den sich anfeindenden Rassen bekriegten std>politischen Parteien der Föderalisten und Zentralsten oder des r?blikanischen Staatenbundes und der einheitlichen Republik, und zwischenwiderstrebenden Tendenzen bewegten sich wieder die leidenschaftlichen Konflikte ,Konservativen und Liberalen, der Aristokraten, Klerikalen .^Demokraten. Die Kreolen, einst die herrschende Klasse im spanischen Amer^hatten nicht nur das frühere Übergewicht verloren und MischlingenIndianern weichen müssen: sie hatten auch an Geist und Seele Schaden ^nommen. Zu den kläglichen Zuständen in den südamerikanischen Staaten bl„der traurige Fehler sinkender Nationen, Dünkel und jene tragikomische RN)^redigkeit, die sich über den eigenen Unwert durch prahlerischen Redeschwall sotrefflich zu täuschen versteht", einen eigentümlichen Gegensatz. — Die ^tho- ^Kirche war die herrschende geblieben, und die in den Grundrechten aufgostReligionsfreiheit tat ihr bei der romanischen Bevölkerung keinen Abbruchj dag 3erlitt die klerikale Partei mit ihren hierarchischen Bestrebungen durch die Lwer .manchen harten Stoß. Die Sklaverei wurde unter den bürgerlichen Käwpabgeschafft.
8 228. Brasilien. Brasilien nahm als konstitutioneller Kaiserstaat unterSprößling des portugiesischen Königshauses Braganza, als einzige Monarchie aufnischem Boden, in vieler Hinsicht eine besondere Stellung ein. Nachdem Dom Pedee HÜals Kaiser anerkannt worden war 110), wollte sein Ministerpräsident Andra ^Portugiesen aus dem ganzen Lande verbannen. Der Kaiser entließ ihn, und nun ^ Ejener mit Hilfe der Demokraten die Berfassung fast republikanisch zu gestalten- da ^tL.Nov. 1823 Dom Pedro die konstituierende Versammlung, die ihn zum Kaiser ausgerufen24.Miirz 1824 gab aber dann selbst eine neue, ziemlich freisinnige Verfassung- Ein Versuch der
1824 Gebiete, sich unabhängig zu machen, wurde niedergeschlagen, und von da an entwick? ^das Land in langsamem Fortschritt, doch konnte der Kaiser den Abfall von klruguaa -verhindern, das er als selbständige Republik anerkennen mußte G 111)- Als sich Swleiten wegen der Thronfolge in Portugal erhoben, und Dom Pedro die gewünscht?Pe?ro"ii stützung nicht erhielt, mußte er zu gunsten seines sechsjährigen Sohnes, Dom Pedro
Pedro I-1822—1831f 1834
1828
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zurück (H 145). Unter der von den Kammern ernannten v ^1824 liberal umgewandelt: Ministerverantwortlichkeit,
183I-188S danken und kehrte nach Europa
t schaft wurde die Verfassung von-...-—- -.,--- .
^ kammersystem, Teilung der gesetzgebenden Gewalt zwischen Kaiser und Volksvertretung,schworenengerichte, Unentgeltlichkeit des öffentlichen Unterrichts wurden eingeführt- ,dauerten die Parteikümpfe fort- 1840 wurde Dom Pedro für volljährig erklärt und nu I18 - Juli 1841 Jahre feierlich gekrönt. Er stützte sich ganz auf die aristokratische Partei. Unter sechs zuständigen Herrschaft begann Brasilien trotz der mannigfachen Parteiwirren sichentwickeln. Der Handel nahm seit 1852, wo Uruguay wieder unter die Schutzh? :Brasiliens trat (S 232), einen großen Aufschwung: Verkehrswege und Eisenbahnen ^gebaut und eine Dampfschiffahrtsgesellschaft für den Maranon gebildet. Die 1854 im ^des Landes entdeckten reichen Goldminen zogen viele Einwanderer an. Insbesondere Nseit 1857 wiederholt im Amte befindliche Ministerium Olinda viel zur wirtschch ^Hebung des Reiches getan- 1864 kam es zu einem Kriege mit Uruguay 232), i ^auch Paraguay eingriff; erst 1870 wurde derselbe für Brasilien glücklich beendet- Serhielt das Kaiserreich keine Gebietsvergrößerung, doch wurde sein Ansehen in Snda ^dadurch bedeutend erhöht. Von der größten Wichtigkeit für die Zukunft Brasiliensdie Frage der Sklavenemanzipation- Im Juni 1871 wurde ein Gesetzwonach fortan niemand mehr als Sklave geboren und allmählich sämtliche ^iM-gelassen werden sollten; zur Entschädigung der Besitzer wurde ein besonderer Fond g