Band 
Vierter Band.
Seite
460
JPEG-Download
 

460

Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Jahre 1863.

Argentinien scheiterte an der Berschiedenartigkeit der Interessen. Es standen sich gegenüber die ü

oder Zentralisten, die eine starke Zentralgewalt feststellen wollten, und die Födera l r I ^die die Unabhängigkeit der einzelnen Provinzen erstrebten und nur eine Verbindung l^r ^auswärtigen Angelegenheiten anerkannten. Durch die erbitterten Kämpfe dieser beiden Pardrohte sich der Staat gänzlich aufzulösen, bis ein Generalkongreß in Buenos ,

Staat mit der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten betraute und der Unitarier 1kl24. Dez. 1828 davia Präsident der Föderation wurde. Aber schon nach zwei Jahren gelang es dem lsckck1829 Häuptling Don Manuel de Rosas mit Hilfe des Landvolkes, die Unitarier. ausRegiment zu verdrängen und sich selbst zum Gouverneur von Buenos-Aires undHaupt der Konföderation wühlen zu lassen. Durch harte Strenge wußte er sich vieles ^182S-I8W E Regiment zu halten und eine diktatorische Gewalt zu üben. Nachdem er libsr

Unitarier triumphiert hatte, füllten die Föderalisten das Repräsentantenhaus und me ,seinem Ehrgeiz als willfähriges Werkzeug. Und da er im Innern Ordnung zn erha §durch seinen gewandten Minister Felipe Arana nach Außen seine Würde zu b^lMÜwußte, so ertrug man lange seinen Terrorismus, der mit blutiger Strenge alleniederwarf und mit dem Leben und Vermögen von Tausenden ein frevelhaftes Spiel

1845

Schon hatte Rosas diktatorisches Regiment fünfzehn Jahre gedauert, als er durch seineMischung in den Bürgerkrieg von Uruguay ssiehe unten) sich in schwierige Verhältnisse M ^Er leistete dem Präsidenten Oribe bewaffneten Beistand gegen dessen Rivalen Ribera, für ^England und Frankreich Partei nahmen. Die Unzufriedenheit mit einer Politik, tvelckft.Argentinischen Staatenbund in Kriegs- und Finanznot brachte, führte zn Abfall undständen. Die Landschaften Corrientes und Entre-Rios sagten sich los, und während er du ^trünnigen mit Gewalt bei der Konföderation zu halten suchte, wuchs ihm die Oppositiongentina allmählich über den Kopf. Die Gegenpartei unter Don Joft de Urquiza, ^uber^von Entre-Rios, wurde unterstützt von Brasilien, Uruguay und Paraguay, und ihrenz. Febr. I852xjnt^ Anstrengungen war der Diktator nicht gewachsen. In der Schlacht von Monte-Eae „aufs Haupt geschlagen, mußte er das Land verlassen und Zuflucht in England suchen!unermeßliches Vermögen, in Lündereien und Viehherden bestehend, wurde zumStaates konfisziert. Urquiza, vor kurzem noch ein Gauchohüuptling, trat nun an dieder Verwaltung in Buenos-Aires. Er erkannte die Unabhängigkeit Paraguays, all ^sicherte die freie Schiffahrt auf allen in den La Platastrom sich ergießenden Flüssen- ^er sich aber zu dem Kongresse nach Santa-Fe begab, brach während seiner Abwesender.

Sspt. 1852 Buenos-Aires eine Empörung aus, infolge deren Valentin Alsina zum Gouver ^erwählt wurde und das Stadtgebiet sich von der Konföderation lossagte und als ^stündigerStaat konstituierte. Umsonst suchten die übrigen Staaten die abtrünnige ^ ^durch Gewalt und Zugeständnisse bei dem Bunde zu erhalten, indem sie Urquiza beauftragden Aufruhr mit Waffengewalt niederzuschlagen, zugleich aber in der neuen Konstitu1 . War 1853^2 der Kongreß nach dem Vorbilde der Unionsstaaten aufstellte, Buenos-Aires ausdru ^zur Hauptstadt der Konföderation bestimmten: die Vereinigung konnte vorerst nicht e Zwerden. Die Argentinische Bundesrepublik erhob Bajada delParana in der LandsEntre-Rios zum Sitz der Regierung, und Buenos-Aires gab sich eine eigene Verfassung ^welcher jedoch ebenfalls die Rückkehr zur Konföderation vorgesehen war. Alle Versuch/ ^verderbliche Spaltung auszugleichen, scheiterten; es entspann sich sogar wieder ein.A:^zwischen der Konföderation und dem ausgeschiedenen Staat, bis infolge der Unglück23. Okt. 1859 SlUlnM bei C ep ada Buenos-Aires sich der Konföderation wieder anschloß und uls V Mii. Nov. 1860 stE zum Sitz des Kongresses und der Bundesregierung bestimmt wurde. Die Verewig ^war jedoch keine aufrichtige. Buenos-Aires konnte die hervorragende Rolle, die es sogespielt hatte, nicht vergessen; es wollte das Haupt des Staates fein und vonständigen Stellung so wenig als möglich an die Bundesregierung unter dem PrüftDerqui abgeben. Bald kam es zu neuen Streitigkeiten, als Buenos-AiresNahmestellung in der Zollgesetzgebung beanspruchte. Diese wurden zwar durch ein ^promiß ausgeglichen, aber der Haß zwischen Unitariern und Föderalisten dauerte ior ' Bkam bald wieder zum Kampfe: die Truppen von Buenos-Aires unter General Mitrei?.Sept.i86i in einem Gefechte bei Kagon den Sieg über die Föderalisten unter Urquiza davon, eieignis, das die Auflösung der Zentralregierung in Parana zur Folge hatte. Derqui enach Montevideo, Mitre wurde zum Präsidenten gewühlt und entbot den Kongreft ^Buenos-Aires. Die Unitarier hatten die Oberhand, aber bewaffnete Banden durchzögeProvinzen, das ganze Land lag im Parteikampf und Anarchie. Zugleich nahm die Bn ^republik unter dem vorwiegenden Einfluß von Buenos-Aires teil an dem Bürgerkrieg^^in Uruguay ausgebrochen war, indem sie den General Flores, ehemaligen PräsidentenNachbarstaats, der seine frühere Stellung mit Waffengewalt wieder erkämpfen wollte,

1862