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Dritter Band.
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Erstes Kapitel: Ludwigs XIV. Vorherrschaft.

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Landschaften und Städten gehört hätten, in die Abtretung einbegriffenfeien, da nach den Friedensverträgen diese Gebiete mit ihren Distrikten derfranzösischen Souveränität unterstellt sein sollten. Selbstverständlich konntenmit diesen Distrikten nur die gemeint sein, die zur Zeit der Abtretungzu den abgetretenen Gebieten gehörten; aber der Westfälische Friede enthieltallerdings Unklarheiten in der Formulierung der Abtretungen und in derFassung der französischen Rechte (Z 215), insbesondere des Souveränitäts-rechtes. Ludwig errichtete nun zur Ermittelung aller ehemaligenPertinenzstücke in Metz, Besanfon und Breisach sogenannte Re- imsunionskammern und erklärte sich zum Oberherrn aller derer, welcheihm als Vasallen der abgetretenen Bistümer und Länder bezeichnet wurden.

Der Gerichtshof von Metz bezeichnete achtzig außerhalb Frankreichs liegende Lehen derdrei Bistümer als der französischen Souveränität unterworfen, die Kammer von Breisach i6»oerklärte alle im Elsaß ansässigen Reichsunmittelbaren für Vasallen des Königs, da ihmdie „Landgrafschaft" abgetreten sei (Z 215); überall wurde das französische Wappen angeschlagenund der Eid der Treue gefordert. Die kleineren Reichsglicder, wie die Reichsritterschast,fügten sich, mächtigere widerstrebten, aber ihre Beamten wurden versagt. Dem Erzbischofvon Trier wurden u. a. drei Ortschaften entrissen, „weil König Pippin, der sie dem Stiftgeschenkt hatte, sich dabei königliche Macht und Schutz darüber vorbehalten habe." Dem Her-zog von Württemberg wurde Mömpelgard, als zur Franche Comte gehörig, dem KönigeVon Schweden seine Besitzungen in Pfalz-Zweibrücken und den Spaniern Luxemburg undandere niederländische Städte abgesprochen.

Die Krone setzte Ludwig diesem Systeme dadurch auf, daß er mitten «o» Straß-im Frieden die Reichsstadt Straßburg dem Deutschen Reiche entriß. b»rgAm 28. September 1681 erschienen plötzlich von Breisach her französischeTruppen vor der Stadt, und Louvois stellte am nächsten Tage den Ratvor die Wahl einer harten Belagerung oder der Unterwerfung unterWahrung der städtischen Verfassung und der Religionsfreiheit. Die deutsch-gesinnte Bürgerschaft war zum Widerstände geneigt, der Rat aber er-kannte dessen Aussichtslosigkeit, da die Stadt nur 400 Söldner hatte undauf Hilfe vom Kaiser nicht rechnen konnte. Deshalb unterzeichnete erdie Kapitulation. Mit Straßburg gewann Ludwig die ausschlaggebende MSepr.wsiStellung am Oberrhein und ein Ausfalltor gegen Deutschland; unmittel-bar nach der Übergabe begann Vauban mit dem Bau der Zitadelle.

Straßburg ist durch cinenGewalt st reich gefallen, nicht durch Verrat. Allerdingsneigten einige Mitglieder des Rats und des Domkapitels, wie auch der in Zabern residierendeBischof Franz Egon von Fürstenberg zu Frankreich; aber übergeben wurde die Stadt, weilweder in ihr noch im Reich Mittel zu ihrer Verteidigung bereit waren. Verrat im ge-wöhnlichen Sinne hatte der Bischof nicht begangen; wie er aber gesinnt war, das bekundeteer, als Ludwig XIV. seinen Einzug in Straßbnrg hielt; da begrüßte er ihn vor dem den W. Olt. i«8iKatholiken zurückgegebenen Münster mit den Worten: „Herr, nun lässest du deinen Dienerin Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen." Er empfand nurdie Genugtuung darüber, daß in der fast ganz protestantischen Reichsstadt der Katholizis-mus wieder Boden gewinnen sollte.

Aber nicht nur gegen Deutschland; auch gegen Italien verstärkteLudwig damals seine Stellung. Herzog Karl IV. von Mantua-Montferrat,ber durch sein ausschweifendes Leben in finanzielle Bedrängnis geratenvmr, willigte gegen eine hohe Geldsumme in die Überlassung der FestungNasale; Savoyen konnte den Durchmarsch der von Pinerolo kommendenFranzosen nicht verweigern, und so wurde an demselben Tage, an demStraßburg fiel, auch C a sa l e v o n d e n F r a n z o s e n b e s e tz t. Die Festungbwr ein lang erstrebter Stützpunkt im Rücken Piemonts, zur Seite desspanischen Mailand.