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Erstes Kapitel: Ludwigs XIV. Vorherrschaft.
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Beziehungen Ludwigs zu den Ungarn und zur Türkei. Der Versuch ^Leopolds, die ungarische Opposition auf dem Oedenburger Reichstag zu d>-Turmbeschwichtigen, scheiterte (ß 304), und im nächsten Jahre rüsteten die i«seTürken zum Kriege. Nun gelang es dem Kaiser zwar, den Polenkönigund deutsche Reichsfürsten für den Türkenkrieg zu gewinnen und dentürkischen Angriff auf Wien abzuschlagen (8 305): gerade deshalb aber wsssandte Ludwig gleichzeitig Truppen nach den spanischen Niederlanden, er-oberte im nächsten Jahre Luxemburg und ließ das mit Spanien der- Zuni i«Mbündete Genua durch eine französische Flotte bombardieren. Mai iW«
Leopold war damit vor die Frage gestellt, ob er gleichzeitig imOsten und Westen Krieg führen könne und wolle. Er erkannte, daß kn°g°rer dazu, solange die französischen Bündnisse bestanden, nicht fähig sei: ermußte also entweder den Krieg gegen die Türken fortsetzen oder den gegenFrankreich beginnen. Im ersteren Falle mußte er mit Frankreich, im zweitenmit der Türkei einen ungünstigen Frieden schließen. Er entschloß sich zudem für die Stellung seines Österreich vielversprechenden (Z 308) Kriegegegen die Türken und mußte sich also mit Frankreich verständigen. Dazuriet auch der Große Kurfürst, der einen Krieg gegen Frankreich jetzt für aus-sichtsloser hielt als früher; dazu mahnte die franzosenfreundliche HaltungEnglands; dazu drängte Papst Jnnocenz XI., der am liebsten alle christlichenStaaten gegen die Türken vereinigt hätte. So schloffen denn der Kaiser und WasienM-Spanien mit Frankreich den Waffenstillstand von Regensburg, R°g°nsbmgauf Grund dessen Frankreich die bis zum 1. August 1681 reunierten^' ^Lande nebst Straßburg und Luxemburg auf zwanzig Jahre behielt.
Genua mußte im folgenden Jahre demütig Abbitte leisten für seine Freund- i«85Schaft zu Spanien und die spanische Besatzung entlassen.
Gewiß war es eine Schmach für Deutschland und ein großer Triumphfür Ludwig, daß die westlichen Grenzlande Deutschlands ohne Kampf preis-gegeben wurden, indes man darf bei Beurteilung dieses Vorgangs die Ge-iamtlage Europas nicht übersehen. Die letzte Ursache dieser neuenDemütigung Deutschlands aber lag in der alten traurigen Tatsache, daßdas Deutsche Reich innerlich zerrissen war, und daß seinem Kaiserdie Habsburgischen Interessen höher standen als die deutschen.
3. Der pfälzische Krieg (dritte Raubkrieg).
8 281. Der Ursprung des Krieges. Der Regensburger Stillstand Lag° und
kann als Höhepunkt der Macht Ludwigs angesehen werden; manbmd aber zugleich hervorheben müssen, daß sich damals der Niedergangbereits anbahnte. Mit dem Tode Colberts verstummte die Stimme,die den König doch immer an seine guten Anfangsjahre erinnert hatte,horte jeder mäßigende Einfluß auf; die „Devotion" der Maintenon wardie innere Politik unheilvoll (Z 278), und Louvois trieb die Ruhm-I^cht und den Ehrgeiz Ludwigs zu einer immer stärkeren Überspannunger Kräfte des Staates. Die maßlose Verschwendung und die stete Kriegs--5^'kschaft ruinierten die Finanzen. Die Verfolgung der HugenottenjÄssdigte das wirtschaftliche Gedeihen und verletzte die protestantischen1 « ; die keine Rechte achtende Gewaltpolitik mußte schließlich das Ans-
ind zusammenschweißen. Das zeigte sich, als Ludwig den Waffen still-
W-ber-Baldamus, Weltgeschichte. 21 . Aufl. III. 32
weitere ZieleLudwigs
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