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Dritter Band.
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Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus (1660—1740).

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stand von 1684 in einen Frieden umwandeln wollte und zugleichnach neuen Eroberungen ausgriff.

Erbfrage Als mit dem Tode des Kurfürsten KarlvonderPfalzder Mannes-stamm der Linie Pfalz-Simmern ausstarb (26. Mai 1685), fielen die Kur-lande an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg (Stammbaum10 a). Da aber erhob Ludwig für seine Schwägerin Elisabeth Charlotte(Karls Schwester), die Gemahlin Philipps von Orleans (8 275), An-sprüche aus die pfälzischen Allode, vor allem auf Simmern,Sponheim und Läutern. Gegen diese Forderung regte sich in Deut sch-lau d starker Widerstand, und im Zusammenhang damit vollzog sichd°"°u"oM.ein Umschwung der Gesamtlage Europas, auf die sich Ludwigschon Lag-: bisher gestützt hatte. Der Große Kurfürst sah sich in den Hoff-

nungen, die er auf das französische Bündnis gesetzt hatte (Z 301), ge-

täuscht und war zudem tief erbittert durch die Verfolgung der Hugenotten.2 s.Aug.is 8 sEr näherte sich deshalb zuerst den Niederlanden, schloß mit ihnen ein8. N°v. i6S5 Desensivbündnis und nahm durch das Potsdamer Edikt die Hugenotten

in seinem Lande auf; unter anderen trat auch der französische Marschall

Schomberg (8 278) in seine Dienste. Weiter knüpfte er mit dem Kaiseran, versprach ihm Hilfstruppen gegen die Türken und schloß mit ihm,als über die schlesischen Ansprüche ein vorläufiges Abkommen erzielt war,i. April isss ein gegen Frankreich gerichtetes Bündnis (8 301). Durch diese SchwenkungBrandenburgs verlor Ludwig den stärksten Rückhalt, den er seit 1679 inDeutschland gehabt hatte, und nun brachte der Kaiser mit Bayern, densächsischen Herzögen, dem fränkischen und oberrheinischen Kreise, Kurpfalz,Schweden (für Pommern) und Spanien (für den Burgundischen Kreis) die"g°r' Augsburger Allianz zur Aufrechterhaltung der letzten FriedensschlüsseAllianz zustande. An einen Krieg dachte man dabei vorläufig freilich noch nicht," da der Türkenkrieg den Kaiser vollständig in Anspruch nahm. Alsreichet Tilr- dieser aber in dem folgenden Jahre sehr erfolgreich verlief (8 306),lonirteg verlor Ludwig die zweite Hauptstütze seiner bisherigen Politik: er verlordas beste Mittel zur Einschüchterung des Kaisers.

JAchA Je mehr deutsche Fürsten sich von Ludwig lossagten, um so wichtigervo» Mn erschien es ihm natürlich, von seinen deutschen Beziehungen zu retten,was noch zu retten war. Deshalb wollte er das Bündnis mitKurköln, das ihm früher so viel genützt hatte (8 270), über den Toddes Erzbischofs Maximilian Heinrich hinaus sichern. Zu dem ZweckeJan. isss setzte er beim Domkapitel die Wahl Wilhelm Egons von Fürstenberg, derschon seit 1682 als Nachfolger seines Bruders Franz (§ 270) Bischof vonStraßburg war, zum Koadjutor mit der Aussicht auf die Nachfolge durch-Das erregte in Deutschland einen neuen Sturm des Unwillens: der Kaiserim Verein mit vielen deutschen Fürsten protestierte, und auf ihr Betreibenwählte nach Maximilian Heinrichs Tode (3. Juni 1688) ein Teil desZu» is88 Domkapitels den bayrischen Prinzen Josef Clemens; da sich für ihn auchder Papst erklärte, waren Ludwigs Aussichten, Köln zu behaupten, rechtgering.

4. WU- Und nun drohte auch die dritte Hauptstütze seiner bisherigen Politik,Pmn-Vuf das Bündnis mit England, zusammenzubrechen. Wilhelm III- vonEngland Uranien stand mit der englischen Opposition in Verbindung, um seinenSchwiegervater Jakob II. zu stürzen und Englands auswärtige Politikin die Bahnen zurückzuleiten, auf denen es unter Elisabeth und Crom-