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Dritter Band.
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8 283.

Erstes Kapitel: Ludwig? XIV. Vorherrschaft.

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Festungsbaumeister Coehorn ausgebaut hatte und jetzt vergebens ver-teidigte, und siegten unter dem Marschall von Luxemburg bei Steen-». A»g. iMkerken über Wilhelm III.; dafür aber erlitt die französische Flotte dieschwere Niederlage bei La Hogue (8 289). MaiiöW

Im nächsten Jahre gewann der Marschall von Luxemburg nach heißemRingen über Wilhelm III. einen Sieg bei Neerwinden, vermochte ihn es. Zua isssaber nicht auszunutzen. Am Rhein eroberten die Franzosen Heidelberg ie. Maiwieder und zerstörten es zum zweiten Male mit entsetzlicher Grausamkeit;sie drangen dann nach Württemberg ein, verwüsteten auch dies Land,mußten aber vor dem Reichsfeldherrn Ludwig von Baden, dem tüchtigenZögling des 1690 verstorbenen Karl von Lothringen, wieder über denRhein zurück. In Oberitalien zwang Catinat die Piemontesen zur Auf-gabe der Belagerung Pinerolos und besiegte sie dann bei Marsaglia.s. on. isss

All diese Vorgänge änderten an der Gesamtlage sehr wenig, und nochweniger taten das die Unternehmungen des Jahres 1694. Am Rhein undin den Niederlanden erreichten die Franzosen überhaupt nichts, und die i6S4Erfolge, die Marschall Noailles in Katalonien gewann, wurden wett ge-macht durch die mit Mühe abgewiesenen Landungsversuche, die die englisch-holländische Flotte an der Bretagne und der Normandie unternahm. Alsder Marschall Luxemburg starb, war es klar, daß von dem so 4 .Jan. 1 ss 5lange behaupteten und gefürchteten militärischen Übergewicht Frankreichsnicht mehr die Rede sein konnte.

8 283. Der Friede von Ryswyk. Daß sich in den sechs Kriegsjahren Nnanmoteine Art Gleichgewicht der militärischen Kräfte herausgestellt hatte, bedeutete """für Ludwig tatsächlich eine Niederlage. Dazu kam nun die ungünstigewirtschaftliche und finanzielle Lage seines Staates. Seit derSchlacht von La Hogue beherrschte die englische Flotte das Meer, sperrtedie französischen Häfen und ruinierte den französischen Handel. Die schondurch die Hugenottenverfolgung schwer geschädigte Industrie ging nochWeiter zurück, und die Zolleinnahmen wurden geringer. Man mußte zuimmer bedenklicheren Maßnahmen schreiten, um Geld zu beschaffen. In denStädten wurden die Maires eingesetzt (§ 267), um durch den Verkauf diesesAmtes Geld zu bekommen; überhaupt wurde der Verkauf von Ämtern undAdelstiteln im großen Maßstabe betrieben, z. B. selbst das Amt desAustern-, Kaffee- und Schokoladenhandels verkauft; eine neue drückendeEinkommensteuer wurde eingeführt, die Geistlichkeit zu besonderen Be-willigungen veranlaßt, hochverzinsliche Anleihen wurden aufgenommen undRtünzverschlechterungen nicht gescheut. Trotzdem genügten die EinnahmenAcht, man konnte nicht einmal mehr den Sold der Truppen und dasbehalt der Beamten bezahlen. Dazu kamen in den Jahren 1692 und1698 schwere Mißernten: Hungersnöte brachen aus; es wird erzählt, daßAltern ihre Kinder getötet hätten, weil sie sie nicht mehr ernähren konnten.Demgegenüber befand sich besonders England in finanziell günstiger Lage.

Die Beherrschung des Meeres kam seiner Industrie und feinem HandelZugute, und die Gründung der Bank von England (Z 289) ermöglichte isg4we Beschaffung großer Geldmittel.

Das Jahr 1694 ist mit Recht als Wendepunkt des Krieges bezeichnet Sri°d-ns.Worden. Ludwig erkannte, daß es bergab gehe, und machte seitdem Ver-mche, durch Einzelfriedensschlüsse seine Gegner zu trennen. Um den Herzogon Savoyen zu gewinnen, entschloß er sich auf dessen Wunsch, Casale