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Dritter Band.
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502 Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus (1660—1710). 8 283.

Juli 1695 nach einer Scheinbelagerung an Mantua zurückzugeben ; die weitere Forde-rung des Herzogs, auch Pinerolo zu opfern, wollte er aber noch nichtzugestehen. Indes der ungünstige Verlauf des Feldzuges von 1695, vor5 . S-pt. Mb allem der Verlust von Namur, das Coehorn nach langer Belagerungzur Kapitulation zwang, zeigte ihm, daß er militärisch nichts mehr zuerhoffen hatte. So gab er der Forderung des Herzogs von Savoyen nachmrNÄugJ und schloß mit ihm den Frieden von Turin, in dem Viktor Amadeus1696 Abtretung von Pinerolo fein Bündnis mit den Alliierten

loste. Dieser Abfall Savohens machte auch die übrigen Mächte einem Friedens-schluß geneigter, zumal Ludwig feine italienischen Truppen nun gegen sieverwenden konnte; erfolgreich geschah das in Katalonien, wo der HerzogAug. 1697 von Vendöme Barcelona eroberte. Schon vorher war unter schwedischerMai 1697 Vermittelung der Friedenskongreß in Rhswyk (einem Schlosse beim Haag)W.S°pt.i697 zusammengetreten, und hier unterzeichneten zuerst Frankreich, Englandso.O». 1697 und die Niederlande, dann auch der Kaiser den Ryswhker Frieden, indem Ludwig das Elsaß mit Straßburg behielt.

Friede von Ludwig hatte im Jahre 1696 bei den geheimen Verhandlungen mit Holland die^ Rückgabe aller Reunioncn mit Straßburg in Aussicht gestellt. Da er aber merkte, daß erdurch Sonderkonzessionen England, Holland und Spanien vorn Kaiser trennen könnte, nahmer dieses Anerbieten zurück. Indem er Wilhelm III. als König von England anerkannteund ihm das 1682 besetzte Fürstentum Orange wieder überließ, den Spaniern alle von ihmeroberten Lande (auch Luxemburg und Barcelona, jedoch nicht den westlichen Teil der InselSt. Domingo) zurückgab, den Holländern eine Herabsetzung der Zölle bewilligte, erreichte er,daß diese drei Mächte den Frieden am 20. September unterzeichneten. Dem Kaiser wurdedabei bis zum 1. November der Beitritt vorbehalten mit der Bedingung, daß Ludwigentweder Straßburg oder seine rechtsrheinischen Erwerbungen herausgeben sollte. Da derTürkenkrieg noch nicht beendet war und in Deutschland wieder Streitigkeiten unter denStänden ausgebrochen waren, nahm der Kaiser wohl oder übel am 30. Oktober an undwählte die Rückgabe der rechtsrheinischen Erwerbungen (Freiburg, Breisach, Philippsburgund Kehl). Dazu wurde das seit 1670 von Frankreich besetzte (Z 270) Lothringen endlichseinem rechtmäßigen Herrn (es war das Leopold, der Sohn des 1690 gestorbenen Karl V.,8 311) zurückerstattet. Schließlich wurde trotz des Protestes der protestantischen Ständenoch die Ryswhker Klausel in den Frieden aufgenommen, nach der überall da, wowährend der französischen Okkupation katholischer Gottesdienst bestanden hatte, dieser auchin Zukunft erlaubt sein sollte. Diese Klausel gab dem katholischen Pfalzgrafen JohannWilhelm die Möglichkeit den Katholizismus in feinem Lande auszubreiten. Auf die Ein-setzung Fürstenbergs in Köln verzichtete Ludwig; die pfälzische Erbschaftsfrage sollte einemSchiedssprüche unterbreitet werden. Sie wurde erst 1702 erledigt, indem Ludwig für Auf-gabe seiner Ansprüche eine Entschädigungssumme erhielt. — In einem Abkommen zwischen1697 Wilhelm III. und Spanien wurden sieben belgische Grcnzfestnngen zum Schutz gegen Frank-reich von holländischen Truppen beseht; es sind das die sogenannten Barriöre-FestungeN-

Erg-bms Weder Ludwig noch seine Gegner hatten erreicht, was sie am Beginndes Krieges erstrebt hatten. Die Kosten des Friedensschlusses trug dasDeutsche Reich; die Verbündeten verließen es für ihnen gebotene Sonder-vorteile, und der Kaiser erachtete die habsburgifchen Interessen in Ungarnfür wichtiger, als die deutschen Interessen im Elsaß. So behauptete Ludwigseine linksrheinischen Reunionen mit Straßburg und verlor außer Luxern-hurg nur die vorgeschobenen Posten auf dem rechten Rheinufer und inItalien. Trotzdem hatte er eine Niederlage erlitten und erlitt gleichzeitigeine zweite in der polnischen Königswahl, bei der sein Kandidat gegenden sächsischen Kurfürsten Friedrich August unterlag (§ 314). Das fran-zösische Übergewicht war erschüttert, und die innere Lage desLandes sprach nicht dafür, daß es wiederhergestellt werden könnte; es er-hob sich der Gedanke des europäischen Gleichgewichts. Ob er triumphieren