8 289. Zweites Kapitel: Die Seemächte (England u. d. Niederlande) von 1660 bis 1714. 511
Hugenotten in seinen Dienst. So landete Wilhelm III. im Novembers. <>s., No«.1688 in Torbay an der Küste von Devonshire; auf dem Hauptmast seines ^Schiffes wehte die englische Flagge mit der Inschrift: „Für die protestan-tische Religion und ein freies Parlament."
Jakob hatte versucht, durch Zugeständnisse die drohende Gefahr zu KLzbeschwören; jetzt wollte er an der Spitze der Truppen dem Oranier ent-gegentreten, mußte aber erkennen, daß er sich auf die Truppen nicht ver-lassen konnte, und kehrte nach London zurück. Von Tage zu Tage mehrtesich der Anhang Wilhelms, und ohne nennenswerten Kampf näherte ersich der Hauptstadt. Da auch Verhandlungen erfolglos blieben, sandteJakob in der Nacht des 19. Dezembers zunächst seine Gemahlin mit dem s. <is.> D°z.Prinzen von Wales nach Frankreich; in der folgenden Nacht flüchtete ^er selbst, nachdem er das große Reichssiegel in die Themse geworfenhatte. Er wurde indes von einigen Fischern an der Küste festgehalten undgenötigt, nach London zurückzukehren. Das war Wilhelm III., der schon ls.ces.)D°z.in Windsor angekommen war, sehr wenig erwünscht, und so verließ Jakobunter seiner Zustimmung oder, wenn man will, aus seine Veranlassungdie Hauptstadt wieder: einige Stunden darauf hielt Wilhelm III.seinen Einzug. Er forderte die Lords auf, nun die nötigen Schritte AWAAzur Sicherung der Verfassung und der Religion zu tun; die Tories wolltendas auch jetzt noch unter Mitwirkung Jakobs. Dieser aber weigerte sich,in die Berufung eines Parlaments unter Aufhebung der Toleranz zuwilligen, und begab sich nun ungehindert nach Frankreich. Hier wurde 23. r>°z.er von Ludwig XIV., der ihm in St. Germain eine Hofhaltung ermöglichte,nach wie vor als rechtmäßiger König Englands behandelt.
8 289. Wilhelm III. und Maria. Die „glorreiche" Revolution ^gANnni.war ohne Blutvergießen gelungen; nun galt es den Neubau des Staates Mariaaufzuführen. Dabei stießen in der zusammentretenden Konvention (d. i. ^^-issrein nicht von einem Könige berufenes Parlament) die Whigs und Toriesscharf aufeinander. In den Beschlüssen über die Erledigung und Neu-besetzung des Thrones siegten der Sache nach die Whigs; doch wurdeden Beschlüssen eine Fassung gegeben, die den toristischen Ansichten ent-gegenkam.
In dem Beschluß über die Thronerledigung wurde erklärt: König Jakob ^^chuiffs^habe durch seinen Versuch, die Verfassung dieses Königreiches zu vernichten, 2s-Zan-isssindem er den ursprünglichen Vertrag zwischen König und Volk ' "
gebrochen und auf den Rat der Jesuiten und anderer gottlosen Leute dieGrundgesetze verletzt habe, sowie durch Entweichung aus dem Königreiche derLegierung entsagt, und der Thron sei dadurch erledigt. Whigistisch istWer der Hinweis auf die Entstehung des Staates durch Vertrag (eine Theorie,oie im nächsten Jahre John Locke wissenschaftlich behandelte, H 361) und auf denVertragsbruch, toristisch die künstliche Konstruktion eines freiwilligen Verzichtes"tzf die Krone. Diesem Beschluß wurde dann am folgenden Tage der weiterehinzugefügt, daß es nach der Erfahrung mit der Sicherheit und Wohlfahrt^ses protestantischen Königreichs unverträglich sei, von einem papisti-lchen König regiert zu werden. Bei der Frage der Neubesetzung desyrones wollten die Tories nur das Erbrecht gelten lassen und deshalb dierone an Jakobs Tochter Maria übertragen; da Wilhelm erklärte, daß er^ann nach Holland zurückkehren werde, kam man zu dem Ausweg, die Krone
slhelrn und Maria gemeinsam zu übertragen, doch sollte Wilhelm l3.(S3.iFsvr.kni die Regierungsgewalt bis zu seinem Tode (also auch dann, wenn seine