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Viertes Kapitel: Der Norden und Osten Europas bis 1700.
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Hoheit über die saporogischen Kosaken östlich des Dnjepr (8 249). Ein Auf-stand der Dorischen Kosaken (8 168) wurde unterdrückt, ihr FührerStenka Rastn unter Peinigungen getötet. Wichtiger für die Zukunft Ruß-lands waren die Fortschritte in Sibirien.
Nach den ersten Erfolgen Jermaks (H 173), der 1581 Sibir genommen hatte und1584 im Kampfe gegen die Tataren umkam, waren die Kosaken rasch weiter vorgedrungen;1587 wurde Tobolsk, 1604 Tomsk, 1618 Jenisfeisk, 1632 Jakusk, 1648 Ochotsk, 1652 Jrkutskgegründet. Gegen Mitte des Jahrhunderts war fast ganz Sibirien bis an den GroßenOzean für Rußland gewonnen.
Unter Älexejs Sohn Feo d or III. brach in Zusammenhang mit der unterden saporogischen Kosaken Polens entstandenen Bewegung (8 314) einKrieg gegen die Türken aus. Nach erbitterten, im ganzen für Rußlandgünstigen Kämpfen bei Tschigirin gab die Türkei im Frieden von Radzinalle Ansprüche auf die Kosaken (Ukraine) auf.
Eine für die innere Entwicklung Rußlands sehr wichtige Maßregel wardie Beseitigung des Mjestnitschestwo, d. h. der Einrichtung, wonach die An-stellung von Adligen nach dem Range der Familien erfolgen mußte, also keinBojar einem Beamten oder Offizier zu gehorchen brauchte, dessen Vorfahreneine niedrigere Stellung eingenommen hatten, als die seinigen. Eine besondereBehörde (Rasrjäd) führte die hierfür gültigen Ranglisten. Nachdem zuerst fürdie Strelitzenoffiziere die in Westeuropa übliche Rangordnung und Beförderungs-weise eingeführt worden war, wurde auf einer Versammlung von Bojaren usw.unter Vorsitz des reformfreundlichen Fürsten Wasilij Galizyn die Aufhebung desMjestnitschestwo beschlossen und die Rasrjädbücher sofort verbrannt. Dadurchwurde der persönlichen Tüchtigkeit der Weg geöffnet, das Einströmen west-europäischer Kultur erleichtert und die zarische Macht von einer sehr lästigenSchranke befreit.
§ 316. Die Anfänge Peters des Großen. Während so unter denersten Romanows Rußland sich in aufsteigender Linie bewegt hatte, tratbei Feodors Tode zunächst eine Krisis ein. Sie wurde hervorgerufen durchdie Rivalität der Familien Miloslawskij und Narischkin, mit dersich der Gegensatz zwischen Alt- und Neurussentum verband. Da FeodorsBruder Iwan geisteskrank war, wurde sein erst zehnjähriger StiefbruderPeter zum Zaren ausgerufen. Obgleich seine Mutter Natalie Narischkin dabeinicht formell zur Regentin ernannt wurde, war das doch ein Erfolg der Na-rischkin; dagegen erhoben sich die Misloslawskijs, die Verwandten von Alexejserster Gemahlin, in Verbindung mit deren Tochter Sophie, also der Stief-schwester Peters (Stammbaum 7). Gestützt aus die durch Verkürzungihres Soldes erbitterten Strelitzen, die einen wilden Tumult erregten undMehrere höhere Offiziere und Beamten ermordeten, setzten sie durch, daßIwan II. und Peter gemeinsam zu Zaren, Sophie aber zurRegentin erhoben wurde. Erschien das als ein Sieg des Altrussen-tums, so war die sehr energische Sophie doch weit davon entfernt, sichju dessen Dienst zu stellen. Ihr erster Ratgeber war ihr Günstling Wasilijgalizyn, den wir als reformfreundlich kennen (8 315); auch die Reaktions-bestrebungen der Raskolniken (8 315) hat sie tatkräftig unterdrückt. Inder auswärtigen Politik schloß sie sich dem großen Kriegsbund gegen dieGurken an (8 305). Galizyn unternahm zwei Feldzüge nach der Krim,hatte dabei aber keinen Erfolg. Darüber machte ihr nun Peter Vorwürfeund widersetzte sich einer Ehrung des heimkehrenden Günstlings. Dieresere Ursache seines Vorgehens aber bestand darin, daß Sophie den Titel»Selbstherrscherin von ganz Rußland" angenommen hatte, also mehr als
16S7-WN
Sibirien
Feodor III.1676-1682
Febr. 1681
27.April1682
Sophie
Regentin
1682-1689
1687. 1689