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Dritter Band.
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8 331. SiebentesKapitel: Europa unter d. Herrsch, d. Gleichgewichtspolitik (1718—1740). 579

praktisch nicht viel zu bedeuten. Um so wertvoller für den Kaiser wares, daß sich das gegen ihn gerichtete spanisch-französisch-englische Bündniswieder löste. Königin Elisabeth strebte danach, ihren Söhnen Fürstentümerzu verschaffen, vorerst Parma und Toskana, auf die sie ein Erbrecht besaß(8 336). Auf Rat des Ministers Ripperda suchte sie das im Anschlußan Österreich zu erreichen. Da nun um dieselbe Zeit Spanien durch dieRücksendung der mit Ludwig XV. verlobten Jnfantin (Z 335) von Frank-reich schwer beleidigt wurde, so kam es zu einem spanisch-öster-reichischen Bündnis. Spanien erkannte die Handelsgesellschaft inOstende an und erhielt Aussicht auf Wiedergewinnung Gibraltars; obschon damals weitergehende Pläne (Heirat Maria Theresias mit DonCarlos) vereinbart worden sind, muß dahingestellt bleiben. Jedenfallssühlte sich England bedroht und schloß zur „Aufrechterhaltung des Gleich-gewichts" mit Frankreich und Preußen das Bündnis von Herren-hausen. Als Antwort daraus garantierte Spanien die pragmatischeSanktion und erhielt nun das Versprechen der Vermählung des DonCarlos mit Maria Theresia. Diesem Erfolge Karls VI. folgte bald einZweiter. Preußen hatte in Herrenhausen Unterstützung für seine Ansprücheauf Jülich-Berg (siehe unten) erwartet; da es diese nicht fand, so schloßFriedrich Wilhelm I., dessen Charakter (§ 350) die Verbindung mit Öster-lich an sich mehr zusagte, mit dem Kaiser den Vertrag vonKönigs-wuster Hausen, der zwei Jahre daraus in Berlin bestätigt und ergänztwurde. Der König erkannte die pragmatische Sanktion an, während derKaiser ihm Berg zusicherte; schon vorher hatte Österreich auch ein Bündniswit Rußland geschlossen.

Im Vertrauen auf das österreichische Bündnis begann nun Spanien"w Belagerung Gibraltars; sonst aber hatte niemand Neigung zumKriege (Z 328). In Frankreich war der einer Vermittlung geneigte KardinalReurh Minister geworden (Z 335), in Österreich wirkte besonders PrinzCugen gegen die engere Verbindung mit Spanien. Der Kaiser wollte sichkür Spanien nicht mit England verfeinden und bekundete auch, daß erversprochene Heirat Maria Theresias mit Don Carlos nicht ver-gleichen wolle. Deshalb schloß Spanien (Ripperda war inzwischen 1726^stürzt) mit England und Frankreich den Vertrag von Sevilla,w dem Spanien auf Gibraltar verzichtete, aber die Zusicheruug erhielt,^uf englischen und französischen Schiffen Truppen nach Parma und Tos-wna hinüberbringen zu dürfen. So unerwünscht das auch dem Kaisergar, zum Kriege kam es trotzdem nicht. Als der letzte Herzog von Parma'korb, schloß England in Wien einen neuen Vertrag mit demKaiser, dem dann auch Holland und Spanien beitraten. Gegen An-erkennung der pragmatischen Sanktion stimmte der Kaiser derhronfolge des Don Carlos in Parma und seiner AnwartschaftToskana zu und löste die Ostender Kompagnie auf, obgleichs..ch oiese günstig entwickelt hatte. Das handelspolitische Zugeständnis warr ^ England die Hauptsache; in Ostende hatte für Österreich und Deutsch-no dw Möglichkeit bestanden, noch rechtzeitig an dem überseeischen Handel-r gss Zu gewinnen: der Kaiser opferte diese Aussichten dem HabsburgischenL^Eeninteresse. Im nächsten Jahre erlangte er hierfür eine weitereh g^ug, indem durch Preußens Vermittlung das Reich mit AusnahmeEahern, Sachsen und Kurpfalz die Pragmatische Sanktion

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April/Mal

1725

S-Pt. 1725Nov. 1725

Olt. 172«1728

Aug. 172«

1727

172S

1731

Jan. 1782