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Dritter Band.
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Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus (1660—1740).

8 341.

4 . England nnd die Niederlande.

171^172? 8 341 . England nnter Georg I. Der Spanische Erbfolgekrieg hatte

Englands Ansehen in Europa wesentlich gehoben, ihm mit Gibraltarund Menorca eine wichtige Stellung im Mittelmeer verschafft, seinenamerikanischen Kolonialbesitz an die Lorenzbai vorgeschoben und durchdie Anerkennung der hannoverschen Thronfolge zugleich die parlamen-tarische Verfassung gesichert. Unter den beiden ersten Königen des HausesHannover, Georg I. und Georg II., erlangten diese Verfassungsinstitu-tionen solche Festigkeit, daß die persönlichen Eigenschaften der Herrscherwenig Einfluß auf den Gang der Begebenheiten übten. Die Könige wurdenimmer mehr abhängig von der Gewalt der öffentlichen Meinung undder nationalen Interessen und erschienen mehr und mehr als bloße„Würdenträger eines von inneren Kräften bewegten und im Gange er-haltenen Gemeinwesens". Es wirkte dabei mit die Notwendigkeit, dieKrone im Einvernehmen mit der Nation gegen stuartsche Anschlägezu sichern. Diese Anschläge aber hingen mit den europäischen Fragenzusammen, und hier suchte, wie schon gesagt (§ 328), die englische Re-gierung ernste Verwicklungen fernzuhalten. Sie wollte Frieden, weil ihrHauptaugenmerk auf die Entwicklung des Handels und der Industrie ge-richtet war; und auf diesem Gebiete gewann England in der Tat vorEuropa einen gewaltigen Vorsprung; es sammelten sich in England großeReichtümer an, allerdings in verhältnismäßig wenigen Händen und unterSchädigung der Landwirtschaft und Schwächung des Mittelstandes.

Da das Torykabinett (Bolingbroke, H 290, 330) unter Königin Anna auchnach dem Utrechter Frieden noch für die Stuarts gewirkt hatte, ersetzte GeorgI.es durch ein whigistisches Ministerium, an dessen Spitze Robert Walpolestand. Die entlassenen Minister wurden wegen Übereilung des Utrechter Friedensund Begünstigung des Prätendenten als Hochverräter angeklagt; Bolingbrokewar nach Frankreich entwichen, ließ sich von Jakob (III) (Z 31?) zum Ministerernennen und betrieb eine jakobitische Erhebung in Schottland und Nordengland.

Dsz. 1715 Indes das Unternehmen scheiterte. Ehe Jakob in Schottland landete, warenseine Anhänger von den englischen Truppen bereits geschlagen; er wurde zwarJan. i7is noch zum König ausgerufen, mußte aber bald nach Frankreich fliehen. Die Ver-schwörung, die im nächsten Jahre der Baron Görtz und Alberoni anstifteten(H 326), schlug ebenfalls fehl.

AAam-nta- Diese Vorgänge mußten Georg I. um so mehr zu einer parlamentarischenrung Regierung bestimmen, als er den Engländern persönlich fremd blieb. Er besaßweder geistige noch sittliche Vorzüge, lebte am liebsten in Hannover und gelangtenicht einmal zum fertigen Gebrauch der englischen Sprache. Deshalb nahm eran den Sitzungen des Ministeriums nicht teil, und das minderte seinen politischenEinfluß. Das Ministerium beschloß ohne den König. Die Minister aberwurden der Majorität des Parlaments entnommen, und diese Parteiregierungennie erhielten eine größere Festigkeit durch das Gesetz, das siebenjährige Parla-1720^1747 rnente (an Stelle der dreijährigen, ß 289) einführte: Walpole ist mit einerl 1745 kurzen Unterbrechung 25 Jahre leitender Minister gewesen.

Wirtschaft Die Erhaltung des Friedens ermöglichte einen ungeahnten Aufschwung von .Handel und Industrie, zumal auf einen glücklichen Krieg an und für sich einegesteigerte wirtschaftliche Tätigkeit zu folgen pflegt. Und dieser Aufschwungwurde auch durch eine hereinbrechende Krisis nicht wesentlich beeinträchtigt.John Blunt, der Direktor der 1711 für den Negerhandel gegründeten Südsee-i7W Gesellschaft, kaufte die Staatspapiere auf und gab dafür Aktien seinerGesellschaft, und nun begann ein ähnlicher Schwindel wie unter Law in Frank-