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Viertes Buch: Dos Zeitalter des Absolutismus <1660—1740).
Z 343.
Entwicklung werden uns an anderen Stellen beschäftigen; hier mag nurerwähnt werden, daß England erst im Bunde mit Österreich (§ 371 sf.),dann unter dem großen Minister William Pitt im Bunde mit Preußen(Z 381 ff.) gegen Frankreich kämpfte und damit seine Alleinherrschaft inNordamerika erreichte (Z 386).
Stuartsche In, Zusammenhang mit dem österreichischen Erbfolgekriege <8 374) wurde der letzterhe >mg zur Rückführung der Stuarts unternommen. Jakob (III.) war nach dem Utrechter
Frieden, der ihm die französische Hilfe entzog nach Rom gegangen, wo ihm der Papst Unter-halt gewährte und den Titel „Ritter von St. Georg" verlieh. Durch „Weinen und Beten"suchte er das verlorene Erbe zurückzugewinnen, erregte aber zugleich durch sein liederliches Lebenviel Anstoß und vermochte sich auch nicht aufzuraffen, als jetzt die schottischen Jakobiten eineneue Erhebung planten. Dagegen folgte sein ritterlicher und mutiger Sohn Karl Eduardden von Schottland an ihn herantretenden Lockungen. Er reiste nach Frankreich in derHoffnung, dort Hilfe zu finden. In der Tat wurde ihm, besonders auf Fürsprache der Herzogin
1744 von Chateauroux (8 335), eine französische Flotte zur Verfügung gestellt; indes ein Sturm ver-Dez. 1744 eitelte das Unternehmen, und nun hielt Frankreich nach dem Tode der Herzogin mit weiterer
Hilfe zurück. Da faßte Karl Eduard den abenteuerlichen Plan, allein die Krone zu gewinnen.
1745 Mit wenigen (sieben) Begleitern landete er in Schottland, fand unter den katholisch gesinntenHochländern Anhänger und ließ seinen Vater zum König ausrufen. Durch sein ritterlichesWesen, die Annahme nationaler Sitten in Kleidung und Lebensweise gewann er sich die
Sext. Herzen der Männer und noch mehr die der Frauen; er konnte in Edinburg einziehen, be-siegte ein englisches Heer und machte nun einen Einfall nach England. Jetzt rüstete auchFrankreich, das bisher nur Geld gegeben hatte. Da aber erklärten die Schotten in Derby(bis dahin war Karl vorgedrungen), daß sie nicht weiter marschieren würden; sie fürchtetendie englischen Gegenmaßregeln, wollten auch gar nicht, daß ihr König die englische Kronegewänne; er sollte eben schottischer Nationalkönig sein. So mußte Karl den RückzugJan. 1746 antreten; er siegte nochmals bei Falkirk, wurde aber dann vom Herzog Wilhelm von CumberlandL7.Aprili74«bet Culloden (unweit Jnverneß) geschlagen. Damit war sein Unternehmen gescheitert.
Da die englische Regierung einen Preis auf seinen Kopf gesetzt hatte, mußte er von Eilandzu Eiland flüchten, sich in Schluchten und Felstälern verborgen halten, bis er endlich aufOkt. 1746 einem französischen Schiffe nach Frankreich entkommen konnte. Der Friede von Aachen
1748 (8 374) vertrieb ihn von dort; im Opernhaus wurde er verhaftet und über die italienischeGrenze geschafft. Gegen seine Anhänger war inzwischen furchtbar gewütet; Martiälgerichteund dill8 ok attuincler (8 230) wurden zu Hilfe gerufen, um die Schuldigen zu treffen;der achtzigjährige Lord Lovat starb auf dem Blutgerüste; Hinrichtungen und Güterein-ziehungen nahmen kein Ende. Darauf wurden die alten Clanverbünde aufgelöst, Schottlandmit England fester vereinigt und die englische Kultur dorthin verpflanzt. Ode GegendenWurden angebaut, die Industrie fand Eingang, der Wohlstand wuchs, aber die alte Poesiedes Lebens schwand dahin.
Ausstsrben Die Erinnerungen des Volkes hafteten noch lange an den Stuarts, namentlich auchder Stualts Karl Eduard, obgleich das spätere Leben des Wollüstlings nur zu geeignet war, dasInteresse zu mindern, das sein mutvolles Unternehmen und seine romantische Rettung überallgeweckt hatten. Er nahm den Namen eines Grafen von Albany an und vermählte sich,
1772 52 Jahre alt, in Florenz mit der zwanzigjährigen Fürstin Luise von Stolbcrg-Gedern,behandelte sie aber schlecht, so daß sie sich auf Rat ihres Freundes, des Dichters Alfieri(IV, 8 80) 1780 von ihm trennte. Durch Trunksucht heruntergekommen, starb Karl Eduard am31. Januar 1788 in Rom; sein Vater war ebenda am I. Januar 1766 gestorben; mit feinemBruder, dem Kardinal Heinrich, erlosch am 13. Juli 1807 der Mannesstamm der Stuarts.
8 343. Die Niederlande bis 1790. Während England machtvollaufstieg, sanken die Niederlande von ihrer früheren Höhe herab. DerSpanische Erbfolgekrieg war das Abendrot ihrer geschichtlichen Größe; erbrachte außer dem Barrieretraktat keinen Gewinn. In der Folgezeitschwand bei der Bevölkerung der kriegerische Geist immer mehr, manlebte nur dem Handelsgewinn, und dabei lief England den Niederländern1702-1747 den Rang ab. Dazu wuchs in der statthalterlosen Zeit der
Partikularismus der Einzelstaaten. Während des österreichischen Erh-solgekrieges wurde dann Wilhelm IV., bisher Statthalter von Fries-