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Taf. 2. l.Fam. Hahnenfussgewächse.
Oberfläche der Pflanze ist, desto erfolgreicher kann auf sie das Licht wirken, und destolebhafter wird auch die Atmung sein. Da nun stark zerteilte Blätter eine grössere Ober-fläche besitzen als ungeteilte von gleicher Blattmasse (schneide ein scheibenförmiges Stückeiner Kartoffelknolle in Streifen und beachte, wie sich die Oberfläche vergrössert!), so leuchtetdie Bedeutung dieser Blattform für untergetauchte Blätter ohne weiteres ein. Endlichwird auch ein solches Blatt durch die Bewegungen des Wassers bei weitem nicht soleicht zerrissen wie ein ungeteiltes. Die schwimmenden Blätter dagegen, die mit jederWelle auf und niedersteigen, bedürfen wie die Seerosenblätter eines solchen Schutzmittelsnicht. — In fliessendem Wasser nimmt die Pflanze oft ein verändertes Aussehen an:sie bildet gewöhnlich keine Schwimmblätter; die Stengel sind lang und riemenförmigund die Blattzipfel stark verlängert und fast parallel laufend. (Erkläre diese „An-passungserscheinungen“ !) — Versiegt das Gewässer, so stirbt der Wasserhahnenfussnicht: Die zarten Blätter gehen freilich zu Grunde; aus den Blattwinkeln aber wachsenkurze, kräftige Stengel hervor, an denen zwar auch zerteilte, jedoch weit dickere undsteifere Blätter hervorsprossen. Eine gleiche Veränderung ist auch an solchen Teilender Pflanze zu beobachten, die über das Wasser ragen oder auf das Trockene geraten.Diese „Landform“ wird von der Winterkälte getötet, während die „Wasserform“ über-wintert (s. Seerose).
2. Das Busch-Windröschen (Anemone nemorösa). Taf. 2.
1. Standort und Blütezeit. Die Pflanze bewohnt den laubbedecktenBoden in Busch (Name!) und Wald. Sie blüht daher wie das Scharbocks-kraut zeitig im Jahre (April und Mai —■ „Osterblume“) und stirbt mit Eintrittdes Sommers ab. Da sie aber das dichteste Gebüsch, also den tiefsten Waldes-schatten meidet, so kann sie auch etwas später als jene Pflanze erscheinen undauch später wieder vom Schauplatze abtreten; denn an ihren Standorten dringendie Lichtstrahlen auch später im Jahre noch bis zum Boden hinab. Das früh-zeitige Erscheinen wird wie beim Scharbockskraut durch das Vorhandensein einesVorratsspeichers bedingt. Es ist dies
2. der unterirdische Stamm, der Wurzelstock, der von der Laubdeckewohl geschützt, den Winter überdauerte. Er ist federkieldick, von brauner Farbeund liegt wagrecht im Boden, in den er zahlreiche Wurzeln sendet. Gräbt manihn im Herbst aus, so findet man an einem seiner beiden Enden bereits denjungen Trieb, an dem alle oberirdischen Teile schon zu erkennen sind (s. w. u.),eine Thatsache, die das frühzeitige Erscheinen der Pflanze noch mehr erklärlichmacht. An der Stelle, an der sich der Trieb erhebt, findet sich ausserdem eine vonweissen Blättchen umgebene Endknospe. Untersucht man den Wurzelstock zu oder— noch besser — nach der Blütezeit wieder, dann sieht man, wie diese Knospedurch fortgesetztes Wachstum den Wurzelstock über jenen Punkt hinaus verlängerthat (genau, wie dies an wachsenden oberirdischen Stämmen geschieht): der Wurzel-stock verjüngt sich beständig in dem Masse, indem er am Hinterende abstirbt. DiePflanze wandert also langsam weiter und gelangt somit fortgesetzt in einen Boden,,dem sie die nährenden Bestandteile noch nicht entzogen hat. Die weissen Hüll-blättchen schützen die im Boden allmählich vordringende Knospe vor Verletzungen.