3. Unterklasse. Blamenblattlose Pflanzen (Apetalae).
Pflanzen mit einfacher oder fehlender Blutenhülle.
50. Familie. Becherfrüchtler (Cupuliferae).
Staubblüten in Kätzchen, ohne oder mit Blutenhülle. Stempelblüten einzeln oder ingeringer Anzahl beisammen (nicht in Kätzchen). Frucht eine Nuss in einer Becherhülle.(Diese Familie bildet mit den 3 folgenden Familien die Gruppe der Kätzchenbliitler.)
Der Haselnussstrauch (Cörylus avelläna). Tafel 27. i
A. Der Haselnussstrauch und der Mensch. Der Haselnussstrauch warhei den alten Germanen dem Donar geweiht, und noch lange Zeit, nachdem dasChristentum in den deutschen Gauen siegreichen Einzug gehalten hatte, schriebman ihm Zauber- und Wunderkräfte zu. Vor allen Dingen schnitt man ausseinen Zweigen das „unentbehrliche“ Werkzeug der Schatzgräber, die Wünschel-rute. Mt ihrer Hilfe meinte man unterirdische Schätze heben, Quellen auf-finden, Hexen und Diebe „bannen“ zu können u. dgl. mehr.
Obgleich heutzutage dieser Aberglaube zumeist wohl verschwunden ist, jso verknüpfen uns doch noch mancherlei Beziehungen mit dem unscheinbaren ;Strauche draussen im Walde: Wenn im Februar und März die „Hasel wiederstäubt“, so erfüllt Frühlingshoffnung unsere Brust, j
Mit Eis bedeckt ist noch der See, ■
Noch herrscht im Walde Winters Schweigen, 4
Sieh, da fällt Goldstaub auf den Schnee 1
Von der blühenden Hasel Zweigen. [j
Im Herbste schallt der Wald wieder von den Stimmen Haselnüsse suchender iKinder und im Winter von dem Axtschlag des Holzhauers; denn wie die süssenNüsse als schmackhaftes Obst gelten, so werden die biegsamen und zähen Zweigedes Strauches vom Korbmacher und Böttcher wohl geschätzt. Verfolgen wirdie Pflanze ein Jahr ihres Lebens hindurch!
B. Der Haselnussstrauch im Vorfriihliiigc. 1. Staubblüten. An iden braunen Zweigen des Strauches (1.) finden wir bereits seit dem Herbste desVorjahres Knospen, wie sie auch andere Holzgewächse besitzen, und lang-gestreckte Gebilde, die man bekanntlich „Kätzchen“ nennt (warum wohl?„Kätzchenblütler“). Sobald die höhersteigeude Sonne die Erde etwas mehl'erwärmt, und an einigen Tagen wieder lindere Lüfte wehen, erwachen die Kätzchen,die bis jetzt starr und steif nach allen Seiten von den Zweigen abstanden, ausdem Winterschlafe: das diinne, stengelartige Gebilde, von dem sie der Längenach durchzogen werden, die „Achse“, beginnt sich zu strecken; infolgedessennehmen sie stark an Länge zu, werden weich und biegsam, so dass sie baldwie schwankende Troddeln herabhängen (2.). Heisst man ein Kätzchen quer durch,