Kiefer.
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last zusammen zu brechen (s. S. 91, c). Wie wir soeben gesehen haben,ist die Kiefernadel aber so vortrefflich gegen zu starke Wasserdampfabgabegeschützt, daß die erstere Gefahr für den Baum ganz ausgeschlossen ist. Auchder zweiten Gefahr ist die Kiefer in weit geringerem Grade ausgesetzt als einLaubbaum; denn zwischen den nadelförmigen Blättern vermögen sich heiweitem nicht so große Schneemassen anzuhftufen als in der dichten Blätter-krone z. B. der Linde oder der Roßkastanie.
Selbstverständlich ist die Schneelast, die die Kiefer zu tragen hat, aberviel größer als die, die auf einem unbelaubten Baume ruht. Daher sind auch
— wie hier nachzutragen ist — die Kiefernäste auffallend dick und sehr bieg-sam. Trotzdem aber hat der Kiefernwald nicht selten unter beträchtlichem„Schneebruch“ zu leiden.
Im Herbst verlieren unsere Laubbäume durch den Blattfall eine großeMenge von Stoffen, die im Frühjahr wieder ersetzt werden müssen. Die Kieferdagegen behält ihre Blätter mehrere Jahre hindurch. Sie braucht daher demBoden auch nicht eine solche Menge von Nährstoffen zu entziehenals ein Laubbaum mit derselben Blattmasse, eine Tatsache, die bei der Nahrungs-armut des Bodens, auf dem die Kiefer zumeist wächst, wohl zu beachten ist.
— Auch insofern befindet sich die Kiefer den Laubbäumen gegenüber im Vor-teil, als sie im Frühjahre sofort die Arbeit beginnnen kann,während jene erst die Blätter, d. h. die Werkstätten bilden müssen, in denendie Verarbeitung der rohen Nährstoffe erfolgt.
Die abgefallenen, harten und harzreichen Nadeln verwesen nur sehr langsam.Infolgedessen hänfen sie sich nach und nach zu einer dicken Schicht an, ans der nurwenige Pflanzen Nahrung zu entnehmen vermögen. Dieser Umstand erklärt nns nebender geringen Belichtung die Pflanzenarmut des Kiefernwaldes hinreichend erklärt. Nacherfolgter Verwesung liefern die Nadelnjedoch dieselbe fruchtbare Humuserdewie die Lanbblätter. In den modern-den Nadelmassen finden Pilze, Fichten-spargel und andere „Verwesungspflan-zen“ günstige Lebenshedingungen; da-her auch der auffallende Reichtum desKiefernwaldes an diesen Gewächsen.
D. Blüten. Bei der Kiefersind Staubblätter und Samenanlagenauf verschiedene Blüten verteilt;sie ist also wie z. B. der Haselnuß-strauch eine einhäusige Pflanze.
1. Die Staubblüten findensich in größerer Anzahl am Grundeder jungen Triebe und sehen denKätzchen der Laubhäume ähnlich.
Wie die zweinadeligen Kurztriebe,
Staubblüte derKiefer.
1 Die stäubende Blüte,am Grunde drei Hüll-blättclien. 2 Ein ge-schlossenes n. 3 einentleertes Staubblatt.Fig. 1 etwa 10 mal, Fig. 2 u. 3 etwa 12 mal vergr.)