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1. Klasse. Laubmoose.
Baumrinde vollkommen. Die größte Menge von Nährstoffen nehmen sie allerdings mitdem .Regenwasser auf, das sich auf seinem Laufe über die Felsen, an den Baumstämmenherab oder dgl. damit beladet.
Durch die Fähigkeit, an wasser- und nährstoffarmen Örtlichkeiten zu gedeihen,erlangen die Moose eine außerordentliche 'Wichtigkeit im Haushalte der Natur. Indemsie nämlich den zwischen den Pflänzchen ihrer Polster herbeigewehten Staub aufsammeln,sowie von unten her beständig absterben und in „Mooserde“ zerfallen, vermehren sie fort-gesetzt die geringe Erdmasse, in der sie wurzeln. Sie sind daher (mit den Flechten)die ersten Ansiedler an Felsen und bereichern selbst den ödesten Bodennach und nach an fruchtbaren Bestandteilen. Nach ihnen können sieh andiesen Orten Pflanzen ansiedejn, die größere Ansprüche an den Boden stellen, sodaß sich im Laufe der Zeit selbst kahle Felsen mit einer grünen Pflanzendecke über-ziehen.
2. Im wasserdurohtränkten Moore dagegen ist der gänzliche Zerfall der ab-gestorbenen Teile nicht möglich. Gleich der Rasen- und Erdschicht, die der Köhler überden Meiler deckt, verhindert nämlich das Wasser eine genügende Durchlüftung desBodens, so daß nur eine unvollkommene Zersetzung der Pflanzenteile eintritt (s. S. 114).Wie im Meiler häufen sich daher im Boden große Mengen von Kohlenstoff an: es ent-steht der Torf, der znm Unterschiede vom Heidetorf als „Moostorf“ bezeichnet wird.Geht die Torfbildung Jahrhunderte oder Jahrtausende hindurch vor sich, so entstehenschließlich mächtige Torflager, wie wir sie z. B. in der norddeutschen Tiefebene und anmehreren Flüssen Bayerns finden.
Der Torf dient dem Menschen nun nicht allein als Brennmaterial, sondern erliefert auch ein (allerdings meist nur dürftiges) Ackerland. Zu diesem Zwecke brenntder Moorbauer die oberste Schicht der Torflager ah („Höhenrauch“), oder er vermengt dieschwarze Torferde mit lockerndem Sande. Ohne den Torf und die ihn erzeugendenMoose wären jene Gegenden Sümpfe, die vom Menschen nicht bewohnt, z. T. nicht ein-mal betreten werden könnten. Wenn unter den Torfbildnern auch die Torfmoose(s. w. u.) die erste Stelle einnehmen, so trägt doch neben zahlreichen anderen Moos-arten das zierliche Frauenhaar gleichfalls nicht wenig dazu hei, für den Menschenbewohnbares Land zu schaffen.
3. Wie wir sahen, saugen sich die Moospolster heim Regen wie ein Schwamm vollWasser. Bedenken wir nun, daß der Boden der Wälder oft auf weite Strecken hin miteinem grünen Moosteppich bedeckt ist, so können wir ungefähr abschätzen, welch’ rie-sige Wassermenge schon von den Moosen eines einzigen Waldes aufgesogen und fest-gehalten wird. Schlägt man die Wälder nieder, so gehen auch die schattenliebendenWald-Moose meist zugrunde. Geschieht dies nun auf einem Gebirge, so stürzen beiheftigem Gewitterregen oder beim Schmelzen des Schnees die Wassermengen wie reißendeStröme zu Tale und verwüsten nicht selten die fruchtbaren Ebenen, die sich längsder Flüsse ausdehnen, mitsamt den Wohnstätten der Menschen. Im Verein mit den anderenPflanzen, die den Waldgrund bedecken, schützt das unscheinbare Moos alsodie Bewohner der Täler und Nie derungen vor v e r he e r en d e n Ü b e r-schwemmungen.
Von waldlosen Bergrücken fließt das Wasser also in kürzester Zeit ab. Dann ver-siegen Bäche und Flüsse, so daß Feld und Mensch unter dem Wassermangel stark leidenmüssen (führe dies näher aus!). Ist das Gebirge aber mit Wald bedeckt, dann gibtdas Moos das eingesogene Wasser nur sehr langsam wieder ab. Es speist also das