Band 
III. Teil.
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Zür Geschichte der Griechen.

nach Thermopylä führte. In der Folge entwich er aus Furcht vor denLakedämoniern nach Thessalien, und als er entwichen, wurde von denAmphiktyonen ein Preis auf seinen Kopf gesetzt und er später erschlagen.

Den Hellenen bei Thermopylä hatte zuerst der Wahrsager Megistias,wie er die Opfer betrachtet, vorhergesagt, daß sie am Morgen ihren Todfinden würden. Sodann kamen Überläufer, die ihnen ansagten, daß diePerser über den Berg gingen, und die zeigten es ihnen noch während derNacht an, zum dritten aber die Späher, die kamen bei Tagesanbruch vonden Höhen heruntergelaufen. Da hielten die Hellenen Rat, und ihreMeinungen waren geteilt. Nämlich ein Teil wollte nicht zugeben, daßman den Platz verließe, der andere stritt dagegen. Darauf trennten siesich, und ein Teil zog ab, und sie gingen auseinander, ein jeglicher inseine Stadt; andere aber mit Leonidas rüsteten sich, daselbst zu bleiben.

Es wird erzählt, daß Leonidas selber sie fortgeschickt, aus Sorgefür ihr Leben; ihm aber und seinen Spartanern hätte es nicht geziemt,den Platz zu verlassen, zu dessen Verteidigung sie eigentlich abgesandtworden. Und dieser Meinung bin auch ich durchaus, daß Leonidas denBundesgenossen den Befehl zum Rückzug gegeben, als er sah, wie sienicht von ganzem Herzen dabei waren und nicht freiwillig mit in denTod gehen wollten, daß es ihm selbst aber nicht gezieme wegzugehen.Und durch sein Bleiben hat er sich großen Ruhm erworben, und SpartasGlück ward nicht getrübt.

Die entlassenen Bundesgenossen also zogen ab und gehorchten demLeonidas; die Thespier und Thebäer aber blieben allein da bei den Lake-dämoniern. Die Thebäer aber blieben wider ihren Willen und ungern;denn Leonidas hielt sie fest und betrachtete sie als Geiseln, die Thespieraber mit freudigem Herzen und sagten, sie wollten Leonidas und seineLeute nicht verlassen und nach Hause gehen, sondern blieben da undfielen mit ihnen.

Xerxes aber wartete, nachdem er der aufgehenden Sonne gespendet,noch eine Zeitlang, und ungefähr um die Stunde, da der Markt vollwird, rückte er heran, denn so hatte es Ephialtes angegeben. Denn derWeg den Berg hinunter ist kürzer als der Weg um den Berg und hinauf.Und die Feinde unter Xerxes rückten näher, und die Hellenen unterLeonidas, weil sie nun in den Tod zogen, gingen jetzt viel weiter vor indie Breite der Schlucht als zu Anfang, denn die Schutzwehr der Mauerdeckte sie. Sie trafen sich also jenseits des Engpasses, und da fielen eineMenge Feinde. Denn hinter den feindlichen Gliedern standen die Haupt-leute mit Geiseln, die hieben darauflos und trieben sie immer vorwärts.Viele von ihnen nun stürzten in das Meer und ertranken, weit mehr aberwurden lebendig von den anderen zertreten; es mochte sterben, was starb.Denn weil die Hellenen wußten, ihr Tod wäre ihnen gewiß durch die,welche den Berg umgangen, setzte ein jeglicher alle seine Kraft daranwider die Fremden und schonte weder seiner noch des Feindes.