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Zur Geschichte der Griechen.
man mit Ehren nennen könnte, sondern aus Makedonien, dem Vater-lande aller Schurken, woher man sonst nicht einmal einen tauglichenSklaven beziehen konnte.
Was fehlt nun noch, um die Schmach vollständig zu machen? Nichtgenug, daß er hellenische Städte zerstört, führt er nicht auch den Vorsitzbei den Pythien, dem Nationalfest der Hellenen, und schickt, wenn ernicht selbst kommen kann, als Kampfrichter seine Knechte? Schreibt ernicht den Thessalern die Form ihrer Verfassung vor? Schickt er nichtTruppen nach Oreos (auf Euböa), um dort den Tyrannen Philistideseinzusetzen? Und das alles lassen die Hellenen mit offenen Augenüber sich ergehen und sehen ruhig zu, gerade wie wenn ein Hagelwetterheraufzieht, wo auch jeder verschont zu bleiben wünscht und doch eskeinem einfällt, das Unglück abwenden zu wollen. Allein nicht nur denan ganz Hellas von ihm verübten Frevel, sondern — und das ist dasSchmachvollste — auch selbst erlittenes Unrecht läßt man ungeahndet.Überfiel er nicht Ambrakia und Leukas, die Pslanzstädte der Korinther?Schwor er nicht, Naupaktos, das Eigentum der Achäer, den Ätoliern zuüberliefern? Nahm er nicht den Thebanern Echinos? Und zieht er nichtgegenwärtig gegen die Byzantier, unsere Verbündeten, zu Felde? Hater nicht von unseren Besitzungen, um anderes nicht zu erwähnen, diewichtigste Stadt im Chersonesos, Kardia, inne? Und aller dieser Be-leidigungen ungeachtet zaudern wir alle und sind verzagt und blicken aufunsere Nachbarn, voll des Mißtrauens gegeneinander, nicht gegen ihn,der unser aller Rechte mit Füßen tritt. Und doch, da er uns alle zusam-men schon so frech behandelt, was, glaubt ihr, wird er erst tun, wenn erjeden einzeln in seine Gewalt bekommt?
Was ist nun schuld hieran? Denn die Freiheitsliebe der altenHellenen muß ebensowohl ihren guten Grund gehabt haben als diegegenwärtige knechtische Gesinnung. Vorzeiten, Männer von Athen,lag in dem Herzen des Volkes ein Etwas, das jetzt freilich verschwundenist, ein Etwas, das mächtiger war als Persiens Schätze und Hellas denWeg zur Freiheit führte und aus allen Kämpfen zur See und zu Landesiegreich hervorging, mit dessen Verluste aber alles zuschanden gewordenist und die gesamten Angelegenheiten der Hellenen in Verfall geratensind. Und was war dieses Etwas? Daß diejenigen, die in den Soldherrschsüchtiger oder hinterlistiger Feinde des Vaterlandes traten, vonallen verabscheut wurden, daß es für die tiefste Schmach galt, der Be-stechung überwiesen zu werden, und daß man über einen solchen diehöchste Strafe verhängte. Den rechten Zeitpunkt zum Handeln also,den so oft das Glück dem Sorglosen gegenüber dem Umsichtigen in dieHände spielt, diesen konnte man damals von den Rednern und Feld-herren ebensowenig erkaufen als die einträchtige Gesinnung oder dasMißtrauen gegen Tyrannen und Barbaren oder sonst etwas dem ähn-liches. Jetzt aber ist alles dies wie eine käufliche Ware vergriffen und das