Band 
III. Teil.
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Zur Geschichte der Griechen.

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Es ist doch lächerlich, daß du, wenn du einem begegnet wärest, der eineschwächlichere Körperbildung hat als du, nicht zornig wärest; daß dunun aber einem begegnet bist, der eine ungebildetere Seele hat, darüberwillst du dich ärgern? —

2. Als ein anderer darüber klagte, daß ihm das Essen nicht schmecke,sagte er: AkumenosZ weiß dagegen ein gutes Mittel. — Was für eins?fragte jener. — Man soll das Essen sein lassen, antwortete Sokrates;denn wenn man es aufgäbe, werde einem das Essen trefflicher schmecken,billiger sein und besser bekommen. —

3. Als einer einen Diener hart züchtigte, fragte Sokrates, warumer auf diesen erzürnt sei. — Weil, sagte jener, er der größte Fresserund, obwohl sehr geldgierig, doch dabei so faul ist. — Hast du Wohlschon, sagte Sokrates, darüber nachgedacht, wer von euch beiden diemeisten Hiebe verdient, du oder dein Diener? —

4. Als sich einmal einer vor der Reise nach Olympia fürchtete,fragte ihn Sokrates: Warum fürchtest du dich vor der Reise? Gehst dunicht auch zu Hause den ganzen Tag spazieren, und wirst du nicht auch,wenn du dahin spazieren gehst, ebensogut wie hier nach dem Gehenfrühstücken, dann wieder gehen, dann zu Abend essen und dich zur Ruhelegen? Weißt du nicht, daß du, wenn du die Spaziergänge, welche duin fünf oder sechs Tagen machst, aneinander reihst, mit Leichtigkeit vonAthen nach Olympia gelangen würdest? Es ist aber angenehmer, umeinen Tag früher aufzubrechen als zu spät zu kommen; denn genötigtzu sein, die Tagereisen über das Maß auszudehnen, ist unangenehm,während eine Tagereise mehr zu machen, eine große Erleichterung ge-währt. Es ist also besser, mit dem Aufbruche als mit der Reise zu eilen. —

5. Als ein anderer einmal klagte, daß er nach Zurücklegung eineslangen Weges müde geworden sei, fragte ihn Sokrates, ob er auch etwasgetragen habe. — Nichts weiter, sagte jener, als nur meinen Mantel. —Machtest du den Weg allein, oder war noch ein Diener dabei? Ja, derwar dabei. — Folgte der leer, oder trug er etwas? — Er trug meineDecken und das andere Gepäck. — Und wie, fragte Sokrates, ist der beider Reise davongekommen? — Nun, nach meinem Bedünken besser alsich. — Wie nun, wenn du hättest das tragen müssen, was jener trug,wäre es wohl dir ergangen? — Schlecht, beim Zeus, oder vielmehr, ichwäre nicht imstande gewesen, es zu tragen. — Geziemt es sich wohl,sagte Sokrates, für einen Mann, der gymnastisch gebildet ist, so sehrhinter einem Sklaven in der Ertragung von Strapazen zurückzubleiben?

b) Sokrates über die Selbsterkenntnis (4. Buch, 2).

Sokrates sagte: Nach Delphi, Euthydemos^), kamst du doch einmal?— Ja, schon zweimal. — Hast du da nicht irgendwo an dem Tempel die

^ Arzt und Freund des Sokrates.

2) Schüler und Freund des Sokrates.