Band 
III. Teil.
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Zur römischen Geschichte.

nachdem sie sich in heimtückischer Absicht vereinigt hatten, mit Zweigenund Kränzen entgegen. Denn es ist dies fast bei allen Barbaren einZeichen friedlicher Gesinnung, wie bei den Griechen der Heroldsstab.Da nun Hannibal gegen derartige Freundschaftszeichen auf seiner Hutwar, so suchte er sorgfältigst ihre Absichten und überhaupt ihr Vorhabenzu erforschen. Weil sie aber versicherten, es sei ihnen die Eroberung derStadt und der Untergang derer, die es gewagt hätten, ihm zu schaden,wohl bekannt, und erklärten, deswegen seien sie erschienen, in der Absicht,ihm nichts Böses zu tun und nichts Böses zu leiden, überdies auch ver-sprachen, Geiseln aus ihrer Mitte zu geben, so war er zwar lange Zeitnoch voll Bedenken und Mißtrauen gegen ihre Worte; indes erwog er,daß er, wenn er ihre Anerbietungen annähme, die zu ihm Gekommenenvielleicht weniger feindselig und freundlicher machen, wenn er dagegennicht darauf eingehe, sie zu offen erklärten Feinden haben werde, undschenkte daher ihren Worten Gehör und gab sich den Schein, als ob erFreundschaft mit ihnen schließe. Als hierauf die Barbaren die ver-sprochenen Geißeln übergaben und das Heer reichlich mit Schlachtviehversorgten und sich überhaupt ohne Scheu mitten unter sie begaben,fingen Hannibal und die Seinen an, ihnen einigermaßen zu trauen, sodaß sie sie selbst für die weitere Straße durch das Gebirge zu Führemnahmen. Als sie aber zwei Tagereisen weiter vorgegangen waren,sammelten sich die Barbaren, folgten dem Zuge und überfielen ihn, alser eine schwierige und steile Kluft passierte.

Bei dieser Gelegenheit würde das ganze Heer Hannibals seinenvölligen Untergang gefunden haben, wenn man nicht gerade das Beab-sichtigte einigermaßen befürchtet und Vorsichtsmaßregeln ergriffen unddaher Lasttiere und Reiterei in den vordersten Zug genommen, dieSchwerbewaffneten aber in den Nachtrab gestellt hätte. Da diese nundie Nachhut bildeten, so war der Verlust geringer; denn diese hielten dasAndringen der Barbaren auf. Jedoch auch so ging, dieses glücklichenUmstands ungeachtet, eine große Menge von Leuten, Lasttieren undPferden verloren. Denn da die Feinde im Besitze der höher gelegenenPunkte waren, so brachten die Barbaren, indem sie den Karthagern anden Berghängen zur Seite herzogen, diese bald durch Felsblöcke, welche sieauf sie herabwälzten, bald durch Steine, welche sie aus der Hand warfen,in die äußerste Bestürzung und Gefahr, so daß Hannibal sich genötigt sah,mit der Hälfte seiner Macht bei einer steilen, kahlen Felsplatte zu übernach-ten, ohne die Pferde und die Lasttiere, um diese zu decken, bis sich diese tiefin der Nacht mit genauer Not aus der Schlucht herausgewunden hatten.

Als am folgenden Tage die Feinde abgezogen waren und er dieReiterei und die Lasttiere wieder eingeholt hatte, ging er dann weiterzu den höchsten Alpenpässen, indem er zwar nicht mehr auf größereHeeresmassen der Barbaren stieß, aber doch einzelne Abteilungen seinesHeeres an einzelnen Punkten von ihnen beunruhigt sah, welche, wo sich