Band 
III. Teil.
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Zur römischen Geschichte.

die Gesandten beinahe zerdrückt, indem ganze Scharen auf sie eindrangen;ja man hätte sie um ein Reines zerrissen, hätten sie nicht wenigstens so vielausgesprochen: es zieme sich, zuerst dem Senate Bericht zu erstatten. Dar-aufhin wich ein Teil zurück, andere bahnten ihnen den Weg, aus Begierde,desto früher etwas zu erfahren. Nachdem sie auf das Rathaus gekommenwaren, ließ der Senat die übrigen Personen abtreten und setzte sichallein mit ihnen zusammen; das Volk stand außen um das Rathausherum. Nun meldeten die Gesandten zuerst den Befehl der Konsuln.Im Augenblick erhob sich ein Geschrei des Senates, und das außen-stehende Volk stimmte mit ein. ...

Von Stund' an ergriff sie eine sinnlose, an Raserei grenzende Wut,wie bei den Mänaden an den Bakchosfesten der Fall sein soll, wenn siein ihrer begeisterten Wut allerlei Seltsames treiben. Denn einige be-schimpften und mißhandelten diejenigen Senatoren, welche auf Stellungder Geiseln angetragen hatten, als hätten sie den Anfang zu all demhinterlistigen Betrug gemacht, andere diejenigen, welche zur Auslieferungder Waffen geraten hatten; andere steinigten die Gesandten als Un-glücksboten. ...

Noch am nämlichen Tage beschloß der Senat Krieg und ließ durchHeroldsruf den Sklaven die Freiheit ankündigen. Hierauf erwählte erHeerführer, und zwar für den auswärtigen Krieg jenen Hasdrubal, derzum Tode verurteilt worden war und bereits eine Schar von 20 000Mann beisammen hatte. Eiligst begab sich ein Gesandter zu ihm hinaus,mit der Bitte, er möchte seinem Baterlande jetzt, in der äußersten Gefahr,nicht länger grollen und das Unrecht, welches seiner Person aus Furchtvor den Römern in der Not zugefügt worden sei, ihm nicht zur Last legen.Auch ging eine nochmalige Gesandtschaft an die Konsuln ab, mit derBitte um einen dreißigtätigen Aufschub, damit sie Gesandte nach Romschicken könnten. Die wiederholte abschlägige Antwort brachte einewunderbare Veränderung bei ihnen hervor und steigerte sie zu demkühnen Entschlüsse, lieber alles Mögliche zu erdulden, als die Stadt zuverlassen. Eine unmittelbare Folge dieser Veränderung war, daß sievoll getrosten Mutes wurden. Die heiligen Haine, alle Tempel, allesonstigen geräumigen Plätze machte man zu Werkstätten, wo Weiberwie Männer ohne Rast bei Tag und bei Nacht arbeiteten und dazwischenhinein nur abwechslungsweise zu einer bestimmten Zeit Speise zu sichnahmen. So verfertigten sie alle Tage 100 große Schilde, 300 Schwerter,1000 Geschosse für die Wurfmaschinen, 500 Wurfspieße und Lanzenund Wurfmaschinen, soviel als möglich war. Um letztere spannen zukönnen, schnitten sie aus Mangel an sonstigem Haar das Haupthaar derFrauen ah.

Während die Karthager sich mit solchem hohen Eifer zum Kriegerüsteten, zögerten die Konsuln noch immer. Vielleicht hielt sie einegewisse. Scheu ab, etwas so Außerordentliches plötzlich auszuführen.