Band 
III. Teil.
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Zur römischen Geschichte.

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wie eben das alte Rom war. Dazu das Jammergeschrei der angst-erfüllten Frauen, die altersschwachen Greise, die kleinen Kinder, währenddiejenigen, welche sich selbst oder andere zu retten suchten, Schwachefortschleppten oder auf sie warteten, teils durch ihr Stehenbleiben,teils durch ihr eiliges Vorwärtsdrängen die allgemeine Verwirrungvermehrten. Ja zum öftern wurden sie, während sie nach dem, wassich hinter ihnen befand, umschauten, auf den Seiten und von vornedurch das Feuer abgeschnitten; oder, wenn sie (aus ihren brennendenQuartieren) glücklich bis in die benachbarten entkommen waren, sowaren inzwischen auch diese vom Feuer ergriffen worden, und sie fan-den selbst Stadtteile, welche sie vom Feuer weit entlegen geglaubt hat-ten, in demselben Unglückszustande. Zuletzt nicht mehr wissend, wovorsie fliehen, wohin sie sich wenden sollten, füllten sie dichtgedrängt diegroßen Heerstraßen, warfen sich auf den Feldern nieder. Manche,die all ihr Hab und Gut, ja selbst die Mittel für das tägliche Brot ver-loren hatten, gingen durch Hunger zu Grunde, andere, die sich hättenretten können, aus Verzweiflung über den Tod der geliebten Ihrigen,die sie den Flammen nicht zu entreißen vermocht hatten. Auch wagte(bald) niemand mehr, dem Feuer zu wehren, da viele unter wiederhättenDrohungen das Löschen verboten, während andere ganz offen Brand-fackeln in die Häuser schleuderten und laut schrieen, „sie seien dazubeauftragt," — sei es, um desto ungehinderter rauben zu können oderdaß sie wirklich Befehl erhalten hatten.

Nero, der damals gerade in Antium Hof hielt, begab sich erst indie Hauptstadt zurück, als er erfuhr, daß das Feuer sich seinem Hause,durch welches er das Palatiuni und die Parkgärten des Mäcenas mit-einander verbunden hatte, zu nähern beginne. Trotzdem war es nichtmöglich, demselben (Anhalt zu tun und das Palatium, das Haus Nerosund alles ringsum Befindliche seinem verzehrenden Rachen zu entreißen.Indessen öffnete er der obdachlosen und flüchtigen Bevölkerung alseine Zuflucht das Marsfeld und die Bauwerke Agrippas, ja sogar seineeigenen Parkgärten und ließ Notbaracken errichten, um die hilfloseMenge aufzunehmen. Zugleich wurden Lebens-und Haushaltsbedürfnissevon Ostia und den naheliegenden Städten herangefahren, sowie auch derPreis des Brotkorns bis auf drei Sesterzen für das Maß herabgemindert.

Diese Maßregeln erreichten trotz all ihrer Menschenfreundlichkeitdennoch ihren Zweck beim Volke nicht, weil sich das Gerücht ver-breitet hatte: der Kaiser sei zu derselben Zeit, wo die Stadt in vollenFlammen stand, auf die Bühne seines Haustheaters gegangen und habe„den Untergang Trojas" gesungen, indem er die Schrecknisse der Gegen-wart jenem alten Unglück gleichstellte').

i) Was hier Tacitus nur als ein bloßes „Volksgerücht" (rumor) erwähnt,meldet sein jüngerer Zeitgenosse, der kritiklose Anekdotensammler Sueton, bereitsals ausgemachte Tatsache mit den Worten: „Diesem Brande sah er von der Höhe

Schmied er, Quellen zur Geschichte des Altertums.