Von dem Hanen.der Han von stundan ste doch sol man vorhin an disem ort schräpffen. AmatusLündlin oder ein Tauben/laͤbendig zerschnitten in mitten durchLusitanus heißt ein jungden rugken, auff den kopff eines wipffelsinnige weybs legen. Ich hören das etliche auchein schwartze Hennen in gleychem fal brauchend. Hanenblut nimpt die flaͤcken der au-gen vn ammälern mit wasser aufgestrichen. Wir läsend bey dem Marcello, daß Hu-nerschmaltz allein den langensuchtigen innert dem leyb gebraucht werde, daer spricht:Nun puluer von altem dill / vnd puluer von hartz auß pytiusa/ mit alte Gänß og Huͤ-ner schmaltz, gib am morgen nüchter vnd zu abend drey löffel voll dem krancken zetrincken/ so wirst im helffen. Wie man aber das Hunerschmaltz aussert dem leyb nutzen vanbereiten sölle ist oben im Gänßschmaltz auß dem Dioscoride gesagt. Item in der Enten-wie man Enten / Huͤner vn Gänß schmaltz behalten solle. Hünerschmalt ist das mitt-lest zwischend dem Gänß vnnd Schweyn schmaltz: doch ist das Gänschmalt daskrefftigest darauß. Darumb braucht man etwan eins für das ander. Doch ist Hüner-schmaltz wermer vnd tröckner dann der Seüwen, auch zerter, vnd hat nit vil irrdischematety, vnd das vil mer so es von wilden Hennen komen, vmdtringt vmb seiner zer-te willen mer häreyn. Der jungen Huͤnern feißte ist hitziger dan der alten, vnd des Ha-nen mer dan der Hennen. Tamarischsamen mit gemesteter Hennnen feißte wirt über dieeissen gelegt. Für den brand nim späck vnd Hünerschmaltz / vnd tröuff es mit einem liechtin das wasser, vnd salb darnach den prästen mit diser abgeheimbten feißte. Diß schmaltzals auch der Gänsen bewart das angesicht wid den wind / kelte / vnd die Sonnen. Esheilt auch die spält des angesichts, vnd macht es schön. Die schmaltz gelegt die blaterenim augöpffel. Item so einem vych ein aug zerschnitten, so ist diß oder Gänß schmaltzgut darfur. Hünerschmalt zerlassen, vn also lauw in die ore getröufft, nimpt ein yedenprästen der selbigen. Diß schmaltz mit spicanarden zerlassen dienet zu den oren vnd ge-prästen der neruen oder sennaderen. Die wirt also warm in die eyterächten ome geschutt.Die bilderen der zanenden kinden heißt Egineta mit disem schmaltz erweicken. Manlobt diß schmaltz für die blatern an brustwärtzlinen / darumb sy allein etlich mestend,als W habetonns leert. Das on salt gebraucht / dienet der frauwen bärmuter / vnd anderenweiblichen kranckheiten: sunder dieweyl es noch frisch als ein pflaster übergelegt wirt.Deß Hanen kamb oder kreid zerriben, legt man über der tobenden Hunden bisssz. Di-sen gib also auch dem in der speyß zu essen so vnwüssend an sein bett harnet / so wirt imgehulffen, als Rasis schreybt. Koch Hennenbein mit sampt den füssen, vmisch die mitsaltz / öl vnd essich / vnnd gibs also dem darmsuchtigen zü essen. Marcellus sagt / mansölle ein Hennen einen gantzen tag on essen lassen, am nachgenden tag aber so du sy ge-tödt hast / sollest jre bein mit saltz vnd ölbraten / vnd dem krimmigen / der daruor einentag on essen gewesen, zu essen gebe, so werdist im helffen. Hünerhirn wirt für Schlangenbiss im weyn getruncken, als Dioscorides leert. Item wider Scorpionen stich: des-gleychen thüt es auch mit essich oder weyn getruncken. Hanenhirn mit wasser vn essichvermengt, vnd pfäffer darzu gethon, ist denen seer nutz so von einer Mecknatern verletztsind / das selbige getruncken / sagt Sextus. Also getruncke / ist güt für Spinnengifft. Dißgestelt auch das blüt so vom hirn kumpt. Diß in der speyß genützt machet einen gutenverstand. Es ist auch wider das zitterendt hirn dienstlich. Den kinden wirt es auff diebilderen geriben / damit inen die zän onschmertzen wachsind. Das inner heütlin in deßHanen magen / so gwonlich abgeschelt vn hingeworffen wirt / wirt zu riemen zerschnitten/ getröcknet vnd zum brauch gehalten. Gyb. Longolius heißt diß heütlin nit auß demmagen/ sunder auß dem kropff nemen. Wiewol die alten Galenus vnd andere des Dio-scoridis meinung gehebt habend. Diß heijtlin mit weyn zerstossen wirt also warm indie eyterächten oren geschütt / sagt Plinius. Diß also zerstossen vnd ein wenig magsa-men safft / Opium genent / darzu gethon / ist ein nutzliche artzney den oren: dann es nimptdie verseerung der selbigen also warm dareyn geschütt. Dises gederrt vn auff den weyngesprengt / nimpt den koderächten schleinige Hüsten / als Marcellus vnd Plinius auß-weysend.
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Vogelbuoch : darin[n] die art, natur und eigenschafft aller vöglen, sampt irer waren Contrafactur angezeigt wirt : allen Liebhaberen der Künsten, Artzeten, Maleren, Goldschmiden, Bildschnitzeren, Seydenstickern, Weydleüten und Köchen nit allein lustig zuo erfaren, sunder gantz nutzlich und dienstlich zebrauchen / erstlich durch Doctor Conradt Geßner in Latin beschriben; neüwlich aber durch Ruodolff Heüßlin mit Fleyß in das Teütsch gebracht, und in ein kurtze Ordnung gestelt
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LXXXIIv
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