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Vogelbuoch : darin[n] die art, natur und eigenschafft aller vöglen, sampt irer waren Contrafactur angezeigt wirt : allen Liebhaberen der Künsten, Artzeten, Maleren, Goldschmiden, Bildschnitzeren, Seydenstickern, Weydleüten und Köchen nit allein lustig zuo erfaren, sunder gantz nutzlich und dienstlich zebrauchen / erstlich durch Doctor Conradt Geßner in Latin beschriben; neüwlich aber durch Ruodolff Heüßlin mit Fleyß in das Teütsch gebracht, und in ein kurtze Ordnung gestelt
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CCLXIIr
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Von dem Zinsle.CCLXIIMAn nutzet den auch zur speyß / als Hieron. Tragus außweyft.Für das haarso auff den augbrawen wachßt: Nimm die gall von disem vogel/ vnd halb so vilWolffswurtzel / vnd brauch es also vermischt / das ist / bestreych das ort nachdem außgerißnen haar damit / sagt Galenus. Für etliche artzneyen der augen / brauchtman allein die gallen fürsich selbs.Zon dem voͤgelin welches namen ambůchstaben. anhebt.Von demErzte / und erstlichvon seiner gestalt.Acanthis, Spinus, Ligurinus.En Catinschen9namen dises vnd deßirdisteluogels / haltA man merteils nu fürein namen / darum daß sy beid vondistlen haͤr genommen worden / A-canthis vnd Carduelis. Die fleys-sigen aber vnöscheidend die. Derwirdt vonn Teütschen ein Zinsle /VZeisel / Zysele oder Zyschen.uen ein Gaͤluogel. Jn Friesßland einSisgen genent. Diser vogel (sprichtTurnerus) so bey vns ein Zeysisch / von anderen ein Engelchen / genent wirt: der ist vilkleiner dann der Gruͤnling / vnd mer gruͤnsarb / mit einer gaͤlbe brust / einem langlechten /ranem vnd spitzigen schnabel/ gleych dem Goldhendlin. Er hat zwen schwartz flaͤcken /einen oben auff dem kopff/ vnd einen vnder dem schnabel. Soͤliche schwartze flaͤcken ha-bend auch die flügel / also / daß vil gaͤls darzwijschend ist. Er singt lieblich / vnd wirtsaͤlten in Engelland / on allein in kefmen gesehen. Wiewol ich etwan den in den aͤckern /nit weyt von Cantabry / gesehen hab. Das weyblin ist äschenfarb vnd geteilt: am bauchbleich / als Eberus vnd Peucerus außweysend.Von natur vnd anmuͤt dises vogels.An fahet die Zinsle nit allenthalben im Schweytzerland / sunder allein in ber-gen / darauff schöne waͤld stond / darin sy auch Sommers zeyt iren aufenthalthabend / vn daselbst nistend. Alle Disteluoͤgelgschaͤcht fliegend scharweys. Diservogel singt füranst lieblich. Er wonet gern in toͤmen vn distlen. Das Zinsle / der Distel-uogel / vnd das Goldhendlin / schlaaffend / vn spaysend sich an einen ort. Sy aͤssend weswürm noch andere thier. Das Zinsle ist ein kleins / aber gar fruchtbars vögelin: dannes auff ein mal zwölffjunge haͤrfur bringt / als Plinius auf weysst. Albertus aber sagtallein von fünffen. Vnsere weidleüt könnend dauon nit vil sagen / dieweyl sy allein inhöchsten bergen nistend. Die Zingle leerend mit je fursichtigkeit auch die menschen wi-tzig seyn / da sy dann des künfftigen vngwitters befindend / den schnee vermerckend / vndiiij.x