Buch 
Vogelbuoch : darin[n] die art, natur und eigenschafft aller vöglen, sampt irer waren Contrafactur angezeigt wirt : allen Liebhaberen der Künsten, Artzeten, Maleren, Goldschmiden, Bildschnitzeren, Seydenstickern, Weydleüten und Köchen nit allein lustig zuo erfaren, sunder gantz nutzlich und dienstlich zebrauchen / erstlich durch Doctor Conradt Geßner in Latin beschriben; neüwlich aber durch Ruodolff Heüßlin mit Fleyß in das Teütsch gebracht, und in ein kurtze Ordnung gestelt
Seite
CLXv
JPEG-Download
 

Ibis.Von dem vogelgen brust vnd schwären athen/ sagt Auicenna. Man sagt/ da man mit dem blut von einenjungen Huwen genomen/ krauß haar mache. Die äschen von seinem kopff gebrennt / vnmit einem salblin übergestrichen / benimpt das milzwee. Dis hirn mit Gänßschmaltzeinen genützt, sol die wunden heilen/ sagt Plinius. Die äschen von seinen augen gebrennt,vn vnder ein augensälblin vermischt / machet die selbigen heiter vnd klar. Deß Huwenfuͤs gebreunt mit waͤgerich/ ist guͤt wider die Schlangen.Von den vöglen/ welcher namenam bůchstaben J. anhebend.Von dem vogel Abis genen̄tvnd erstlich von seiner gestalt, vnd woerzefinden.Bis/ spricht Albertus/ ist ein gesprengter vogel in Egyptenland / an dem flussz Nilo sich erhaltende / groß von leyb / in vilen stucken demStorcken nit vngleych, ist aber doch kein Storck / wie in etlich darfür hal-tend: dann wiewol er auch einen langen schnabel hat, so ist er im doch nit2schlächt oder grad / sunder krumb oder / als etlich vermeinend schälbkrumb.So er aber mit gwalt vnd gezwungen auß Egypto getragen, rächet er sich an seinenfeinden, auch mit seinem grossen schaden: dann er sich selbshungers tödet / damit denröuberen sein fang nit zu nutz komme, sagt Aelianus. Diser sind zweyerley geschlächt:dann etliche sind weys / die anderen aber sind schwartz. Die weyssen sind nit in Pelusio-so sy doch sunst im gantzen Egypten land wonend. Härwiderumb sind die schwartzenallein bey Pelusio / vnd anderschwo nienen in Egypto. Der schwartz hat lange Kreyen-bein / vnd ist als groß als der vogel Crergenennt. Strabo sagt / daß er von gestalt vngrösse dem Storcken gleych seye / an der farb aber seye einer dem Störcken anlich / derander aber gantz schwartz. Dises vogels eyngweid sol sechs vnnd neüntzig ellen langseyn / welches im abnemmenden Monzusamen falt: darumb sagt man / daß er im ab-nemmenden Mon minder dann im zünemenden ässe / als Elianus bezeuget.In Alpen findt man einen vogel / so ein schwartzer Storck genennt, welcher dochvon wagen seines graden schnabels nit ein Ibis kan genennt werde: wie auch der Wald-rapp nit der schwartz Jbis seyn mag, ob er gleich wol einen krumben schnabelhat / darumb daß er im in übrigen stucken nit anlich ist.Dem Ibidi mag der vogel wol etwas verwant seyn/ so von Italiäneren Falcinel-lo genent wirt / welchen wir nach den Reiglen beschriben habend / welcher einen langenvnd krumben schnabel / als ein bogen oder sichelhat / vnd sind seine fäderen grünfarb.Von natur vnd anmuͤt dises vogels.Trabo sagt, daß diser vogel gantz milt vnnd gütig seye. Vnd ob der gleich einZwasseruogel ist, so gadt er doch in kein wasser, sunder diiß let allein allgmächlichDam gstad härumb / vnd settiget sich daselbst von den kleinen fischlinen vn todtenschelmen/ so das wasser außwirfft, furnemlich aber speyset er sich von Schlangen soan wassergstaden vmbhärkriechend.Diser vogel streytet mit den Schlangen: dann im schadet kein gifft, vnd sind dieSchlangeneyer seinen jungen ein gsunde speyß vnd narung. Wenn es sich auch begibt,daß die fliegenden Schlangen auß Ethiopien oder Moienland in Arabien fliegendeso ver-