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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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110
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

wurde, aber nur bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, wo er von «Joseph»aus dem Felde geschlagen wird, während der letztere in den Listen vor1708 überhaupt nicht zu finden ist. Erst in dem eben genannten Jahretritt er auf und zwar an 12. Stelle unter 68. Er wird von 10 Personengetragen, Johann dagegen von 74; auf der Liste von 1752 aber stehtJoseph mit 47 Trägern an der Spitze, Johann mit p an der zweiten Stelle.Woher mag es wohl kommen, dass dieser in unserer Zeit mit ihrenzahllosen Josephei, Seppel, Seppi, Sepp so ungemein verbreitete Nameerst so spät auftritt ? Es ist doch um so auffallender, als man bei derhervorragenden Stellung des heiligen Joseph eigentlich denken sollte,dass die Gläubigen von Anfang an gerne ihre Kinder unter seinenSchutz gestellt und ihnen seinen Namen gegeben hätten. Man muss wohlannehmen, dass diese besondere Stellung des heiligen Joseph erst spätzur Geltung gekommen ist und dass er vor dem 18. Jahrhundert nochzu den Heiligen zweiten Ranges gerechnet wurde.

Auf Johann und Joseph folgen der Häufigkeit nach :

Jacob (Schakob, Schak, Schakebbel, Jockel),Georg (Schorsch, Schorschel, Jerri),

Martin (Märtel),

Nicolaus (Niklaus, Nickel, Klaus, Klais),Andreas (Antres),

Anton (Andüan, Antoni, Toni),

Franz,

Michael (Mechel, Schelle),

Carl (Scharl, Karl),

Lorenz (Lanz, Lorang),Alphons (Alfonse, Funs),Valentin (Faletine, Falte),Alexander (Aleks, Xander),Ignatz (Natzi, Nats),

Blasius (Pläs, Blasi),etc., etc.

Wie sich eigentlich ganz von selbst versteht, übt auch der Kirchen-patron des Ortes überall auf die Vornamen einen grossen Einfluss aus.In manchen Orten trifft man eine ganze Reihe von Medard, Simon,Aurelia u. dgl. an, weil eben die betreffende Kirche dem heiligenMedardus, dem heiligen Simon, der heiligen Aurelia geweiht ist. Anandern Orten würde man diese Namen vergeblich suchen.

Aus den alten Registern ergiebt sich auch die bemerkenswerteThatsache, dass gewisse Namen im Laufe der Zeit ganz ausser Gebrauchgekommen sind. So finden wir in Rufach zum Beispiel, von dem eben dieRede war, den Vornamen Henn (Henni, Henin) im Anfänge des 15. Jahr-hunderts sehr verbreitet, 1428 noch p Mal, während er schon gegen Endedesselben Jahrhunderts völlig verschwindet. Um die gleiche Zeit sindauch manche andere Namen in Rufach ausgestorben, so Anselm, Berthold