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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
Entstehung
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269
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

Kerbhölzer in seiner Schmiede hängen; um Verwechslungen zu ver-meiden, hat gewöhnlich das eine Holzstück einen Zapfen und dasandere ein Loch, in das jener genau hineinpasst. Ist die Rechnungbezahlt, so genügt ein Hobelstoss, um die Einschnitte wieder zubeseitigen, so dass man ein und dasselbe Holz lange Zeit benutzenkann.

Ein anderes wichtiges Stück im bäuerlichen Haushalte, war ehemalsdie Elle, die man dem jungen Paar zur Hochzeit schenkte. Mit ihrkonnte die Hausfrau die Leinwandstücke nachmessen, die ihr der Weberablieferte. Diese alten Ellen waren oftmals mit Perlmutter eingelegt,mit Schnitzereien oder Inschriften verziert und trugen gewöhnlich denNamen ihrer Besitzer. Sie waren nicht wie unsere modernen Meter-stäbe zum Zusammenlegen eingerichtet, sondern bestanden aus einemeinfachen Lineal aus hartem Holz, das an beiden Enden in metallenenHülsen steckte.

Ein bäuerliches Gewerbe, das auch wie die Weberei fast gänzlichverschwunden ist, war die Färberei. Die Bauersfrauen kauften frühergesponnene, rohe Baumwolle und Hessen sie in einer der wenigenFarben färben, unter denen die Kunst des am Orte ansässigen Färbersdie Auswahl gestattete; alsdann wurde damit gestrickt oder gewirkt.Viele von den roten oder grünen Röcken, die von den Bäuerinnengetragen werden, wurden auf diese Weise hergestellt. Um an demteuern Stoff zu sparen, hatten diese Röcke vorn von der Taille biszu den Knien einen viereckigen Einsatz aus starker Leinwand, dessenFarbe ganz gleichgiltig war, da er von der Schürze stets verhülltwurde. Die Sparsamkeit war übrigens dabei nicht der einzige Grund.Die Frauen setzten sich bekanntlich gerne auf niedrige Fussschemeloder auf Treppenstufen, um den verschiedensten häuslichen Verrich-tungen zu obliegen: dem Kartoffelschälen zum Beispiel, dem Aus-lesen der Getreidekörner oder dem Salatreinigen. Dabei ist es ihnenbequem, einen Behälter gleich bei der Hand zu haben, in den siedie verschiedenen Gegenstände werfen können. Diesen Behälter ver-schaffen sie sich ohne weiteres in ihrem Rocke, wenn sie die Knieeetwas auseinander nehmen. Es liegt aber auf der Hand, dass beisolcher Benutzung dieses Vorderstück des Rockes bald schmutzig wirdund also durch einen neuen Einsatz ersetzt werden muss.

Eine der Hauptformen der bäuerlichen Thätigkeit am Rhein ist die