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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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270
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

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Flu ssschiffahrt, die in früheren Zeiten von ausserordentlicher Bedeutungwar: die Flussläufe wurden im weitesten Umfange zum Transport derWaren benutzt und schon frühzeitig hat sich in Strassburg eine mäch-tige Schifferzunft entwickelt. Später wurde das Netz der Wasserwegedurch ein geschickt durchgeführtes Kanalsystem vervollständigt. Derälteste von den grossen elsässischen Kanälen ist der Rhein-Rhöne-Kanal,zu dessen Erbauung schon im 18. Jahrhundert Vorstudien gemachtwurden; infolge der politischen Ereignisse konnte er aber erst 18^4 inBenutzung genommen werden. Der Rhein-Marne-Kanal wurde erst1852 vollende^ als ihm die Eisenbahn schon einen Teil seiner Brauch-barkeit vorwegnahm.

Bei dieser Gelegenheit mag auch erwähnt sein, dass ein Strass-burger Schiffsunternehmer, Jakob Jung, der erste war, der im Jahr1836 eine Wasserfahrt von Strassburg nach Paris und zurück glück-lich durchführte. Jung war mit zwei Schiffen, dem Neptun und demLouis-Philippe , auf dem Rhein-Rhone-Kanal bis nach Saint-Jean-de-Losne hinaufgefahren. Von hier ab benutzte er den Kanal von Bour-gogne und alsdann die Yonne und die Seine, um nach Paris selbst zugelangen. Dieser glückliche Versuch hat einen elsässischen Dichterjener Zeit, Daniel Hirtz, zu einer grossen Ode begeistert, in der esunter anderm heisst:

Wilkumme, Schakkob! Grües di Gott!

Wie isch’s denn zitter gange?

Schun gescht isch Mancher furtgetrott’,Ergeje us Verlange.

Do höre mer: De kämst noch nit,

’s klein Wasser sei dran schuldi,

D’no hemmer halt gewart’ bis hit,

E Bissei ungeduldi.

Na, ’s isch schun gued, de bisch jetz doE wenni stark verbrote!

’s isch einerlei! ’s isch Alles frohDass d’Sach hesch mache hotte.

Und dann weiter:

Vivat der Schiffmann Jacob Jung!

— So dont’s us alle-n-Ecke —Er het’s verdient, der bravi Jung,Dass mer em Stryssle stecke!

Und zum Schlüsse endlich :

Bum! Bum! wie ’s kracht! wie ’s musiziert!

Wie flattre Strossburgs Fähne!

Noch em Neptun kummt anmarschirtDer Ludwig-Philipp!_

Jetzt awwer, halt! mer sinn am Land; Un gib mer noch e Seemanns-Hand,

Zaij Kapidän, kumm here, Din Narame blibt in Ehre!

Un d’vaterländisch d’ Gschicht emolWurd’s noch de-n-Enkel saaue:

Dass Jacob Jung zuem erstemolHet dene Wäj ing’schlaue,

Ze Schiff isch g’sejelt nooch Paris

Von Strossburg us, im g’hört der Prys!