Vorwort.
Der früheste Beginn der Kenntnis der chemischen Wirkungen des Lichtesläßt sich bis ins Altertum verfolgen. Aber erst durch die Entdeckung derSilbersalze und ihrer Lichtempfindlichkeit war die Vorstufe zur Erfindung derPhotographie geschaffen worden. In meiner „Geschichte der Photographie“(3. Auflage 1905, Halle a. S.) habe ich diese merkwürdige Erfindungsgeschichtevorn Altertum bis zur neuesten Zeit auf Grund eingehender Quellenstudiengeschildert. Die Originaltexte der von mir benutzten ältesten Quellen sindaber wegen ihrer großen Seltenheit äußerst schwer zugänglich; nicht nur ihrInhalt, sondern auch die ganze Auffassung und Anschauungsweise der altenForscher verdienen volle Beachtung, weshalb ich die auf Grund meinerForschungen als besonders wichtig erkannten Quellenschriften zum Gegen-stände der vorliegenden Publikation machte. Die Beigabe von Porträten,die Wiedergabe von Titelblättern und von altem Buchschmuck wird manchemwillkommen sein. Um das Lesen dieser Quellenschriften weiteren Kreisenzu erleichtern, sind den lateinischen Texten vollständige deutsche Über-setzungen beigegeben, welche in höchst dankenswerter Weise von GeheimratDr. Ferdinand Ritter von Schrott durchgeführt wurden.
Der Zusammenhang dieser Quellenschriften mit dem Zeitgeiste der Jahr-hunderte, in welchen sie entstanden sind und ihren Einfluß auf die spätereErfindung der Photographie habe ich in der Einleitung zu schildern ver-sucht. Durch ergänzende Anmerkungen glaube ich das Verständnis der altenSchriften dem Leser näher gebracht zu haben.
Wien, März 1913.
J. M. Eder.
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