J. M. E DER
unter dem Titel „Oswaldi Crollii Weterani Hassi Chymisch Kleynod. Hie-bevor zwar ausgangen/ jetzo aber durch den Hochgelehrten Johann Hart-mannum M. D. gemehrt verbessert / mit nothwendigen Notis spagyricis 7 zuErläuterung der Artzneyen / geziert / vnd zum Ersten mahl / neben demHermetischen Wunderbaum / in Truck außgangen allen Doctoren, Apoteckern/Laboranten, Balbierern vnd männiglichen sehr dienlich vnd nützlich“ erschien.
Croll behandelt in seiner „Basilica chymica“ zunächst die Erbrechen er-regenden, die harntreibenden, die purgierenden, die schweißtreibenden Arz-neien etc., lehrt die Bereitung des Calomels (Quecksilberchlorürs), der Antimon-präparate und kommt dann auf das Gold und sein „Aurum potabile“ zusprechen, welches aber nichts weniger als eine Universalmedizin war. Ervergleicht das Aurum (Gold, alchemistisch „Sonne“ = Sol) mit der himm-lischen Sonne: „dieweil demnach die Sonn und das Gold diese sonder-bare Gleichheit, Übereinstimmung und Konkordanz untereinander haben,also haben auch die alten weisen Kabbalisten sowohl die irdische Sonne,nämlich das Gold, als auch die himmlische mit einem Charactere hiero-glyphico, nämlich einen ganzen sichtbaren Zirkel und Zentrum vorbildenwollen, sintemal der Sonnenzirkel das Firmament und Erde vorbildet, derPunkt oder das Zentrum aber die Erde und unbewegliche Natur verheist. —Der Mond (Luna) ist aber die himmlische Königin und Ehegemahl der Sonne.Nichts kann man ohne Hilfe und Guttat des Mondes verrichten: dieweil eraus Kraft der Sonne eine Herrscherin der Geburten, der Zu- und Abneigungist“. Der irdische Mond (Luna) ist aber das Silber.
Crollius beschreibt auch eine der merkwürdigsten Goldverbindungen, das„Aurum volatile“, das Knallgold, dessen fürchterliche explosive Kraft er sehrwohl kannte. Er wußte auch, daß Schwefel dem Knallgold seine Explosi-vität nimmt. Es muß hier ausdrücklich erwähnt werden, daß das Knallgold(auch „Aurum fulminans“ genannt) schon der mystische Basilius Valentinusviel früher gekannt haben soll.
Übrigens nimmt Croll nicht für alle seine Angaben die Priorität in Anspruch,da er selbst in der Erinnerungsvorrede in seiner „Basilica“ schreibt: „Wasich aber fast in zwanzig ganzen Jahren in meinen vielfach gefährlichen undmühesamen Reisen in Frankreich, Italien, Deutschland, Ungarn, Böhmen undPolen von den allen berühmtesten Alchemisten und gelehrten Leuten teilsdurch Bitten, teils durch große Geschenke und Auswechslung seiner Sekreten
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