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Von der Kraft, die das Licht durch sich se'dst hat, usw.
das Blättchen das Hornsilber bedeckte. So blieb die Veranstaltung bis zum folgendenTag. Als nun Beccarius zum Gefäße zurückkehrte, fand er, daß das Hornsilberüberall außer an jenem Orte, von dem das Blättchen das Licht abgehalten hatte,veilchenblau geworden war. An diesem Orte war es weißlich wie gewöhnlich. DieseDinge wiesen darauf hin, daß dem Lichte eine gewisse Kraft innewohne, die Farbenzu ändern. Wenn sie nun besteht, wie es sich zeigt, ist zu untersuchen, ob, wenn dieFarben der Kleidungsstücke schwinden — wie es der Fall $ 7-'^ r j! nder Luft zu sehr die Schuld gibt; denn vielleicht entbehrt das Llcht der Schuld nicht.Das scheinen auch die Tuchmacher selbst eingesehen zu haben, welche, wenn sie kost-barere Tücher färben, den Färbestoff erst dann loben und für gut befinden, wenn dieFarbe widersteht, obwohl sie lange starkem Lichte ausgesetzt war; wo nicht, nennen siedie Farbe falsch, obwohl sie dabei vielleicht die Unbill der Luft mehr.furchten als jenedes Lichtes. Aus diesen Gründen geschah es, daß, als Montrus m der Akademrevon der Bewahrung der Schönheit der Blumen sprach und ganz rm Gedanken be-fangen war, sie vor der Luft zu schützen, Beccarius auf die Furcht vor dem Lichteverwies; war auch die Schuld desselben vielleicht nicht vorhanden, so lag doch Verdachtvor; obwohl er wegen der Vielheit der Ursachen, die mit dem Lichte zusammenhangen,es für sehr schwer hielt zu erkennen, was das Licht für sich selbst vermöge und mwle-weit dies der Fall sei; denn wer möchte leugnen, daß sowie durch das ucht, so auchdurch die Wärme, die dem Lichte folgt, die Farben geschwächt werden können. Werwird nicht auch der Luft vieles zuschreiben, auch den Dunsten, durch welche sie mit-unter verunreinigt wird? Wenn diese Ursachen nicht getrennt werden und abgesondertwirken, ist es nicht leicht zu erkennen, was jeder einzelnen zuzuschreiben> ist.
Als dies Beccarius gewissermaßen zweifelnd vorgebracht hatte, befthloß Bonzrusdiesen Zweifel, s» weit als möglich, dmch Bruche ju »»mindetn. E, nahm !w°lfBändet ganj verschiedenen Farben, gl-ich laug und tat. Nachdem »jedes,nsechs Teile i-tschninen hatte, bildete er sechs Retheu, von denen j-d- zwölf Bandet,jede« von einet Farbe enthielt. Ein-dieser Reihen legte et betsette, und sttgte dafut,daß nicht« die Farbe derselben verletze; denn, indem er müden anderen Rechen einenVersuch machte, war er bemüht, die Schaden -tuet ,-den Reihe durch den Vergleichmit der beiseitegelegten zu erkennen. «
Nachdem er also, wie gesagt, eine Reihe beiseitegelegt hatte, wählte er ausden übrigen fünf eine, die er weder vor dem Lichte, noch vor der Wärme, noch vorder Luft schützte, vielmehr allen diesen Unbilden aussetzte. Das Ganze führte erfolgendermaßen aus: Nachdem er einen höher gelegenen Ort gefunden hatte, hielt erdaselbst die Bänder durch viele Tage an der Sonne, zuerst durch drei Stunden an
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