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Quellenschriften zu den frühesten Anfängen der Photographie bis zum XVIII. Jahrhundert : mit fünf heliographischen Porträten, zwei Lichtdrucktitelblättern und diversem Buchschmuck / herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von Hofrat Dr. Josef Maria Eder
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§ 59 -

Von dem Lichte.

B ISHER habe ich die Bestandtheile der Hitze, und gleichfalls die nähestenBestandtheile der Luft, so viel, als zu meiner vorhabenden Erklärung desFeuers nöthig ist, aus deutlichen Versuchen gezeiget. Da aber kein Lichtkann gedacht werden, so ist noch diese wunderbare Erscheinung übrig, eheman von dem, was das Feuer ist, einen gründlichen Unterricht erhalten kannDass das Licht der Sonne, und das Licht des brennenden Feuers, einerleyDing sey, daran ist nicht zu zweifeln, denn es wirket auf das Auge völlig so,wie das Sonnenlicht, und zeiget durch das Prisma eben dieselben Arten vonFarben. Da es aber weit schwächer ist, so ist es auch nicht zu wundern, dasidie mit dem Brennglase zusammengezogenen Strahlen nicht brennen.

Dals das Licht unter die Zahl der Körper, so wie die Wärme, gehöre,daran ist gleichfalls nicht zu zweifeln. Dass aber Licht und Wärme einerleysind, kann ich um so viel weniger glauben, da die Erfahrungen vielmehr dasGegentheil beweisen; das folgende wird diese Sache deutlicher machen.

§ 60.

Beweise vorn Daseyn eines brennbaren Principii im Lichte.

Es ist bekannt, dass die Auflösung des Silbers in der Salpetersäure, wennsie auf ein Stück Kreide gegossen, und den Sonnenstrahlen ausgesetzt wird,eine schwarze Farbe erhält 49 . Das von einer weissen Wand zurückgeworfeneSonnenlicht hat die nehmliche Wirkung, obwohl langsamer. Die Wärmeaber ohne Licht, bringt gar keine Aenderung in dieser Mischung hervor.Sollte wohl diese schwarze Farbe wahres Silber seyn? Wir wollen dieseFrage nicht eher entscheiden, bis ich den Beweis vorn Phlogiston im Lichtewerde dargethan haben.

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