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Illustrirter Katalog der Pariser Weltausstellung von 1878 : unter Mitwirkung zahlreicher Berichterstatter ; herausgegeben von W.H. Uhland
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NATIONAL-MANUFACTUll DER GOBELINS, PARIS.

Weder Sevres noch die Gobelinfabriken zu Paris und Beauvaishaben dem französischen Staate finanziellen Nutzen gebracht,allein sie waren die Pflanzstätten zweier Industrien, die nochheute der Stolz Frankreichs sind. Sic haben den Privatfleissmächtig angeregt, ihm Vorbilder geschaffen und ihm den Wegin die Handelswelt eröffnet und eine Fülle technischer Er-fahrungen geliefert, wie sie der Einzelne nur mit schweren

ihr wolberechtigter Vorzug gewahrt. Das Prachtwerk, das wirhier veranschaulichen möchten, ist ein Triumph der heutigenKunstindustrie und erhöht den Ruhm der Nationai.-Manukactukzu Pahis. Dasselbe stellt nach einem Gemälde von Tragonart,dem es an Reinheit der Zeichnung und Glanz des Colorits kaumnaohsteht, das Studium dar, nicht die kränkliche Schwesterder grauen Theorie, sondern die holde, heitere Muse, die auch

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Opfern zu erkaufen vermag. Obwol die Gobelinarbeit in denletzten Jahren mehr und mehr vernachlässigt und die schönenaltehrwürdigen Wandbekleidungen durch die wohlfeile Tapetenahezu verdrängt wurden, so bleibt denselben doch in denAugen der Aristokratie wie des reich gewordenen Bürgerstandes

die Frucht vom goldnen Baum des Lebens nicht verschmäht.Der mit ltosen geschmückte Kähmen in herrlichem Blau con-trastirt höchst wirksam mit dem dunkelbraunen Sammctgewandeder anmuthigen Frauengestalt.

reich übertrifft und dieser Nachbarstaat seinen häuslichen Be-darf zum grossen Theil aus englischen Fabriken versorgt, sobleibt darum der französischen Keramik ihr hohe]' künstlerischerRuhm und ihre eminente Bedeutung für die Industrie andererLänder gewahrt; denn diese Bedeutung beruht vor allem aufihrem wunderbaren decorativen Talent, und wo sie dasselbezur Geltung bringt, steht sie in Wahrheit unerreicht da. Indiesem Sinne ist sie seit zwei Jahrhunderten die LehrmeisterinEuropas geworden, und auch in Zukunft werden sich die übri-gen Nationen nur schwer von ihrem Einfluss emancipiren können.

Im Gegensatz zu England hat in Frankreich jeder Fabri-kant, oder richtiger gesagt, jeder Künstler seine Specialität,

einPrincip, das der Ausbildung der einzelnen Zweige vortreff-lich zu statten kommt. Der Thonziegel wird hier wenigerhäufig als in England zum Iläuserbau verwendet, da in dengrossen Städten nach dem Muster von Paris der Steinbau unddas Zinkdach das Uebergewieht erlangt haben. Trotzdem hatdie Ziegelfabrikation, wie die ausgestellten Exemplare zeigen,einen hohen Grad der Vollkommenheit erreicht und liefertdurch Beimischung von Quarz ein Material, das au Härte demGranit wenig nachsteht. Gewöhnlicher Fayence durch voll-endete Glasur, Malerei und Email das Ansehen des feinstenPorzellans zu geben, gelingt dem Franzosen vortrefflich. Zwarvermochten dies die Holländer bereits vor anderthalb Jalirhun-