F. W. TURNER, ST. ALBANS.
Eine der origi-nellsten Dampf-maschinen derAusstellung istdie von F. W.Turner, St. Al-bans IronWorks,St. Albans (Eng-land), exponirte,doppeltwirkendeReversir-Dampfmaschi-ne, welche infol-ge ihrer schein-baren Einfach-heit und com-pendiösen Con-struction vielenBeifall findet.Man muss auchvom Standpunk-te des streng ur-'theilenden Fach-mannes der in-geniös constru-irten Maschineallen Beifall zol-len, und sie wirdstets bei guterAusführung undWartung — fürdiese Construc-tion unerläss-liche Voraus-setzung — diebefriedigendstenResultate geben.Die Maschine ge-hört zur Classe
der sogenannten „Trunk-Engines“, bei welchen die Kolben-stange durch eine röhrenförmige Verlängerung des Kolbensersetzt wird und die Kurbelstange direct an dem Kolben an-greift. Dadurch wird die Maschine bedeutend kürzer als ge-wöhnlich und lässt sich bequem vertical stellen, wodurch dievon ihr beanspruchte Grundfläche sehr klein wird, was invielen Fällen sehr erwünscht sein kann. Besonders für kleineSchraubenschiffe ist diese Anordnung zweckmässig, und unsereerste Zeichnung zeigt die Maschine in dieser Anwendungsform.Von den untern Figuren geben die links stehenden mehrereDurchschnitte der Maschine, welche die innere Constructionerkennen lassen, während die rechts befindliche Zeichnung die-selbe als Betriebsdampfmaschine für stationäre Anlagen zeigt.Turner’s Dampfmaschinen sind sogenannte Schnellläufer; diekleine dreipferdige macht 350, die grosse zwölfpferdige 220Touren per Minute. Wie aus den Durchschnittszeichnungen er-sichtlich ist, be-finden sich zwi-schen dem dieFortsetzung desDampfkolbensbildenden Rohrund der Cylin-derwand zweiSchieber, in wel-che zwei an denKurbelstangen-kopf angebrach-te Zapfen ein-greifen. Hier-durch wird beider Bewegungder Kurbelstan-ge auch eine Be-wegung dieserSchieber vermit-telt, wodurch mitHülfe eines überdem Kolben be-findlichen Kreis-schiebers dieDampfverthei-lung erzielt wird.
Dächern von ähnlicher Construction wie die der Mittelhallenüberdeckt werden. Auch diese haben Oberlicht. Jede derKunsthallen ist durch Quergänge in vier gleiche Theile getheilt.Die Haupteingänge zu den Kunsthallen werden von ihren Vesti-bülen gebildet, deren Mittelachsen mit denjenigen der Trans-septe zusammenfallen. Diese Vestibüle stehen mehr mit denTranssepten im Einklang als mit den Kunsthallen und erscheinendeshalb unverhältnissmässig hoch. Die dreigetheilte Säulenstel-lung wird von drei mit Ziegeln gedeckten Kuppeln überwölbt,welche Musterstücke einer schönen Arbeit genannt werden müssen.
Je weniger die Kunsthallen geeignet sind, von ihrer äussernForm auf ihren Inhalt einen Schluss ziehen zu lassen, um somehr ist dies bei dem Pavillon der Stadt Paris der Fall,welcher ohne Uebertreibung als ein Juwel der Ausstellung be-zeichnet werden kann. Das Gebäude besteht aus einer innernHalle von 80 Meter Länge und 25,5 Meter Breite bei 13, resp.18 Meter Höhe. An diese schliessen sich auf den beiden Längs-seiten offene Galerien von ca. 44 Meter Länge und 5,5 MeterTiefe an, welche von zwei Vestibülen flankirt werden. An dieSchmalseiten der Halle sind gleichfalls noch Vestibüle angebaut,
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PARISER WELTAUSSTELLUNG. II.