18
LE GRAND & SUTCL1FF, LONDON.
Die Ausstellung der sogenannten Abessynierbrunnen(auch Norton’s Röhrenbrunnen) von der Firma Le Grand & Sut-cliff, Magdala Works, London, bildet gewissermaassen eineEhrenrettung für diese, erst mit so grossem Beifall aufgenom-menen, nachher aber infolge schlechter Construction und ver-ständnisloser Anwendung ebenso schnell wieder in Miscreditgerathenen Apparate. Unsere Abbildungen zeigen ^ das Ein-rammen der genügend starken Eisenröhren — nicht Gasröhren.Die erste Figur zeigt die Röhre beim Beginn der Arbeit.Das untere Röhrenende läuft in eine vierkantige, gutgehärteteSpitze aus und ist in ziemlicher Breite über der Spitze miteiner Anzahl mehr oder weniger grosser Löcher versehen. EinDreifuss trägt die Führungsbüchse für das Rohr, welche durcheine Klinke geschlossen wird, um das Montiren und Demontirenzu erleichtern; ausserdem befinden sich an dem Dreifuss dieRollen, über welche die Seile des Rammbärs laufen. Letztererfällt auf einen Stellring, der um das Rohr gelegt ist, und treibtsolches durch wiederholtes Riederfallen in den Erdboden ein.Ist dasselbe so tief eingedrungen, dass es aus der oben befind-
wiederholt. Die Folge dieser Operationen ist, dass durch dasgewaltsame Durchpressen des Wassers durch die Röhrenlöcherin das umgebende Erdreich und wieder zurück, letzteres ge-lockert und sozusagen geschlemmt wird, indem alle erdigenTheile, wie auch die kleinern Sandkörner durch die Pumpeentfernt werden, sodass nur eine aus grossem Stücken be-stehende Schicht zurückbleibt, welche später dem Wasser alsFilter dient. Der vorerwähnte Dreifuss ist zuweilen beim Ein-rammen der Röhren entbehrlich und wird dann das Ilammzeug,wie es unsere dritte Figur zeigt, unmittelbar an die Röhrenbefestigt. Dann muss aber sowol der Stellring als die Befesti-gung der Rammbärrollen von Zeit zu Zeit verschoben werden.
Wird es nothwendig, eine oder mehrere der eingerammtenRöhren wieder aus dem Boden zu ziehen, so zieht man denRammbär von der Röhre, dreht ihn um und schiebt ihn, mit derarbeitenden Fläche nach oben, wieder auf. Befestigt man nunden Stellring darüber, so wird das Anziehen der Seile jetztdas Herausschlagen der Röhre zur Folge haben. Liegt dieWasserlinie nur wenige Fuss unterhalb des Bereichs einer Saug-
liehen Führungsbüchse heraustritt, so wird es durch eine Stangevon gleicher Stärke verlängert, die mit einem angedrehtenZapfen in das Rohr eingesteckt wird, nachdem zur Aufnahmedes Stosses zuvor ein Kautschukring zwischen die Kante desRohrs und den Ansatz der Stange gelegt ist. Erst wenn dieseVerbindungsstelle sich ausserhalb des Rammbärspiels befindet,d. h. wenn das Rohr etwa noch um Fusseslänge aus dem Bodenhervorragt, wird ein neues Rohr angeschraubt und der Stellringan dieses befestigt.
In der zweiten Figur ist angenommen, dass man eine wasser-haltige Schicht erreicht hat. Liegt die Quelle in nassem, leicht-beweglichem Erdreich, so wird vermittelst eines Trichtersdas Rohr bis oben voll Wasser gegossen, eine Pumpe auf-gesetzt und nun eine beträchtliche Menge des schlammigenWassers herausgepumpt. Hierauf hebt man Kolben und Ventilder Pumpe und lässt das Wasser im Rohre niedersinken. Nach-dem aufs neue Wasser eingefüllt ist, wird die Pumpe wiederin Thätigkeit gesetzt, und so wird das Auspumpen des Schlamm-wassers und das abwechselnde Sinkenlassen noch mehrere male
pumpe, so empfiehlt es sich, nachdem man den Brunnen mitder gewöhnlichen Pumpe gereinigt, eine langeylindrige Pumpe,wie es die letzte Figur dieser Seite zeigt, einzugraben und ineiner Tiefe von 5—0 Fuss an die Röhre anzuschliessen. Wirdreichlichere Wasserversorgung gewünscht, so thut man besser,statt den Durchmesser der Röhre über 3 Zoll zu vergrössern,lieber mehrere Brunnen abzuteufen, diese durch eine Rohr-leitung zu verbinden und von einer gemeinschaftlichen Pumpeaus zu betreiben. Die obern Figuren auf der zweiten Seitezeigen eine solche, zum Schutz gegen den Temperaturwechseletwa 2 Fuss unter den Erdboden gelegte Leitung, von der sichgebogene Rohre abzweigen. Die einzelnen Brunnen sind etwa20 Fuss voneinander entfernt zu halten. Ein solches Systemvon Brunnen erschöpft eine grössere Wasserschicht und dabeivortheilhafter, als dies mit einem gewöhnlichen, gegrabenenBrunnen der Fall ist. Es empfiehlt sich, zwischen jedemBrunnen und der Leitung ein Absperrventil anzubringen, um,falls einer derselben kein Wasser mehr geben sollte, durchdenselben das Wasser der andern nicht trüben zu lassen. Die