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GANZ & CO., BUDAPEST.
Schon vor Jahrzehn-ten hat man versucht,zum Vermahlen des Ge-treides statt der Mühl-steine Walzen aus Stahloder Stein anzuwendenund hat auch mehrereMühlen nach diesemSystem eingerichtet, aufdie Dauer aber keinengenügenden Erfolg er-zielt. So blieb dieseMahlmethode lange Zeitwieder unbeachtet, bises vor etwa 10 Jahrengelang, eine Construc-tion von sogenanntenWalzenstühlen herzu-stellen, welche die frühe-ren Uebelstände nichtmehr zeigten. Je nachdem Mahlverfahren, wel-chesman anwendet, kanndie gesammte Operationdes Vermahlens durchWalzen oder getheiltdurch Steine und Wal-zen ausgeführt werden.
Bekanntlich ist dasneuere Mühlenwesennicht mehr so einfach,'als man sich dasselbe,den in primitiven Wind-und "Wassermühlen ge-botenen Vorbildern ent-sprechend, vorstellt. Dieauf der Höhe der Zeitstehenden Mühlenwerkesind grossartige Etablis-sements, die mit Maschi-nen verschiedener Artreich ausgestattet sindund das moderne Mahl-verfahren ist ein ziemlichcomplicirter Process,dessenV erständniss vieleErfahrung und umfas-sende Kenntnisse erfor-dert.
Auf der höchstenStufe steht unstreitig diein Oesterreich-Ungarneingeführte Ilochmül-lerei, welche das Ge-treidekorn langsamer,als dies beim gewöhn-lichen Verfahren ge-schieht , aber rationellerzerkleinert, oder viel-mehr in seine Bestand-theile zerlegt. DiesesVerfahren hat seinenNamen daher, dass, wieder technische Ausdrucklautet, bei dessen An-wendung die Steinehochgeführt, d.h. dieMühlsteine heim Anfangdes Mahlens so weit von-einander entfernt ge-stellt sind, dass nur die
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Spitzen der Weizenkör-ner entfernt werden undein ziemlich runderKörper entsteht, vondem nachher in einerzweiten, resp. drittenProcedur die Schalenentfernt werden können,sodass ein möglichst in-tacter, reiner Mehlkernübrigbleibt. Die Schluss-arbeit besteht dann indem sogenannten Auf-lösen dieser Mehlkerne,resp. deren Zerkleine-rung zu Mehl.
Dieses Verfahren,welches die qualitativhöchste Ausbeute liefertund durch dessen An-wendung allein es mög-lich ist, für das welt-berühmte Wiener Ge-bäck geeignetes Mehlherzustellen, steht imGegensatz zu der alther-gebrachten Flach mül-lerei und der sogenann-ten amerikanischenMüllerei. Bei letztererwird das Getreide beimersten Durchgang durchdie Steine so stark zer-kleinert, dass das er-haltene Product sofortsortirt und der grössteTheil des Mehles ausge-zogen werden kann. Eshat demnach dieses Ver-fahren den VortlieilgrössererEinfachheit fürsich. Dem steht aberder viel mehr ins Ge-wicht fallende Nachtheilgegenüber, dass dieTrennung von Kern undHülse nur sehr unvoll-kommen geschieht undüberdies der zwischenKern und Hülse sitzendeKleber auch mit deninneren Theilen desKornes in Berührungkommt, wodurch esunmöglich wird, einrein weisses Mehl zuproduciren. Man wen-det deshalb immerHochmüllerei an, -wo essich darum handelt,ein möglichst voll-kommenes feines Mahl-product zu erzielen,während man für diegewöhnlichen ZweckeFlachmüllerei vorzieht.
Die Walzenmühlensind ganz besonders ge-eignet, bei der Hocli-müllerei verwendet zuwerden und ist in der
Rahmen. Oft erhalten die Eggen Gelenke, damit sic die Un-ebenheiten des Bodens leichter überwinden. Ihre Wirkungberuht auf dem Stosse gegen die Schollen, und ihre erhöhteLeistung ist von der grösseren Geschwindigkeit abhängig.
Die Egge mit Kette besteht aus einer Reihe von Ringen,die bei Bearbeitung eines hügeligen Bodens noch kleine Scheibenerhalten, welche unterhalb der Ringe angebracht werden oderauch Zähne, die mit den Ringen combinirt sind.
Die Aufgabe der Walzen besteht im Zermalmen der Schollen,in dem Ebnen des Ackers, dem Festpressen der losen Erdtheile,dem Zerstören des Unkrautes, dem Festwalzen der Saat undder bereits im Wachsthum begriffenen jungen Pflanzen. Selbst-
verständlich kann für alle diese Operationen und für die ver-schiedenen Bodenarten nicht ein und dasselbe Geräth genügen.Die Walzen werden deshalb nach demselben Grundprincip, abermit variirenden Details construirt; bei allen gilt jedoch derselbeGrundsatz: der Durchmesser muss ein möglichst grosser sein.Schwere Walzen werden so eingerichtet, dass die Anspannungan beiden Seiten erfolgen kann, sodass ein Umwenden amEnde des Ackers nicht nothwendig ist, und bei grosser Längemuss die Walze aus mehreren Theilen bestehen, die sich un-abhängig voneinander um dieselbe Achse drehen. Ebenso hatman es als vortheilhaft erkannt, den Walzen statt der glatteneine gezahnte oder gezackte Oberfläche zu geben und sie mit