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Bad Gastein / nach den neuesten Hilfquellen bearb. von Carl Gager
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40
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40 Medicin. Erklärung d. Wirkungsart der Badekur in Gastein.

geschwindigkeit in den Blutbahnen befördert, so resultierthieraus eine mächtige Anregung des Stoffwechsels.

Dieser Einfluss des Thermalbades auf das Blutgefäss-system, besonders durch die Gefässerschlaffung übt einennicht unbedeutenden Effect auf die Energie der Herz-action aus.

Es wirkt somit das Bad regulatorisch, compensierendauf einen seiner Arbeit nicht gewachsenen Herzmuskel.Hiermit ist die Indication Gasteins für Herzkranke gegeben.Ich habe bereits deren mehrere mit gutem Erfolg in.Gastein in Behandlung gehabt und kehren diese zurWiederholung der Kur gern wieder. Dass man auch diereflectorische Wirkung auf den das Herz regulierendenNerven, den Vagus, in Betracht zu ziehen hat, sowie dieFunction jener Nerven, welche die Herzaction beschleu-nigen, ergibt sich von selbst. Nicht minder nennenswertenEinfluss hat der Druck der Wassersäule im Bade auf dieGefässcontraction und Atmung, welch' letztere übrigensauch in Folge der aus dem erhöhten Stoffwechsel resul-tierenden Kohlensäureanhäufung im Blute rascher wird.Nicht unerwähnt darf bleiben, dass durch warme Bäderreflectorische krankhafte Contractionen willkürlicher undunwillkürlicher Muskeln vermindert, mitunter behobenwerden können.

Die Reflexerregbarkeit des Rückenmarkes wird durchdas laue Bad herabgesetzt, so auch der Muskeltonus. Auchvermindert das laue Gasteiner Thermalbad die Erregungder peripheren Enden der Nerven.

Eine alte Erfahrung ist es, dass die Gasteiner Thermeauf die Nerven der Geschlechtsorgane einen besonders an-regenden Einfluss ausübt. Gastein besitzt in dieser Hin-sicht von Alters her einen gewissen Ruf.

Auch dürfte der Gasgehalt des Wassers irgendwelchenEinfluss auf die Haut ausüben; man nimmt an, dass imBade die Kohlensäureabgabe durch die Haut erhöht ist.