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Indem das Gasteiner Thermalwasser wenig fixe Be-standteile enthält, ist es wohl unzweifelhaft, dass es durchseine ausserordentliche Lösungsfähigkeit dem destilliertenWasser ähnlich aus dem badenden Körper am Wegeder Exosmose durch die Haut Stoffe( Kohlensäure undChlorverbindungen) auslaugt und somit diese Eigenschaftder Therme auf den Stoffwechsel mit einwirkt.
Wie oben bemerkt, ist es anzunehmen, dass beim Con-tact des Körpers mit dem Thermalwasser vorläufig un-messbare, aber oft fühlbare, minimale elektrische Strömeauftreten-die elektrische Spannung der Ionen kommtzur Entladung, welche einen specifischen und günstigen,im Anfange aufregenden, nach längerer Dauer aber be-ruhigenden Einfluss auf den Körper haben.
Gewöhnliche Warmwasserbäder wirken erschlaffend,ermüdend, dagegen findet man, dass die Gasteiner Thermal-bäder von derselben Temperatur und Dauer belebendund erfrischend wirken.
Noch ist anzuführen, dass nach dem Bade durch dieVerdunstung des auf der Haut zurückbleibenden und in dieEpithelschicht imbibierten Wassers Wärme gebunden wird,also die Wärmeabgabe grösser ist, nachher aber eine com-pensierende Steigerung der Körperwärme erfolgt. Es istdiese Accomodation und Uebung der wärmeregulatorischenCentren eine Nachwirkung des Bades, welche im Vergleichzum Körperzustande vor dem Bade eine erhöhte Leistungs-fähigkeit repräsentiert.
Und wenn man bedenkt, dass dieser Einfluss des Badesauf die Wärmeregulation des Körpers, auf den Stoffwechsel,aufs Nervensystem, auf die Blutcirculation, auf die Be-schaffenheit des Blutes, auf die Athmung etc. sich fasttäglich während der Badekur wiederholt, wird es uns fass-lich, dass gerade in der Höhenlage Gasteins unzweifelhaftgünstige Erfolge bei den verschiedenartigsten Erkrankungenzu erzielen sind.