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Bad Gastein / nach den neuesten Hilfquellen bearb. von Carl Gager
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53
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Verhaltungsmaassregeln für Kurgäste. Orientierung. 53

rungen zwingen zum Aussetzen der Bäder und greifen dasNervensystem an. Besonders vermeide man den Genussvon Wild, welches haut goût ist, und von Fischen esse mannur die ganz frischen. Es ist bekannt, dass das beliebteWildgoût nichts anderes als Fleischfäulniss ist. Die Pro-ducte der Eiweisszersetzung, das Wesen der Fleischfäulniss,sind aber putride Fleischgifte( Ptomaine), welche demmenschlichen Organismus immer schaden. Die Mode, Wildhaut goût zu essen, ist eine Geschmacksverirrung und sa-nitätswidrig.

Was die Bewegung im Freien anbelangt, so sollen dazudie ersten Vormittags- und die späteren Nachmittagsstundenverwendet werden. Einige Zeit vor dem Mittagessen undmehrere Stunden nach dem Mittagsmahl verhalte man sichruhig.

Ueberermüdende Spaziergänge oder anstrengende Berg-touren während der Badekur vereiteln in der Regel denerhofften und zu erwartenden Erfolg derselben. Insbeson-dere Rückenmarksleidende und Ischiaskranke sollen sichnicht der geringsten Uebermüdung aussetzen, auch wenn siesich noch so wohl fühlen. Diese Kranken, sowie auchHerzleidende sollten stets die Vorschriften des Arztes inBezug auf Bewegung und alle anderen Verordnungen aufsMinutiöseste befolgen; denn gerade bei diesen ist es nöthig,mit grösster Sorgfalt auf die Erhaltung des schwer undmühsam errungenen, wenn auch noch so geringen Erfolgesmit eiserner Consequenz bedacht zu sein. Hier gilt derSatz, dass der Verlust einer einzigen, mit Mühe errungenen,vorteilhaften Position sehr schwer wieder zu erobern ist.

Da es im Hochgebirge im Hochsommer an schönstenund wärmsten Tagen leicht Wetterstürze gibt und die At-mosphäre empfindlich abgekühlt wird, auch Regentage mitin den Kauf zu nehmen sind, soll man auf entsprechendeKleidung bedacht sein.

Vorsicht hat man beim Sitzen im Freien zu beob-