Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
353
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Braunschwetg s Wolkenbüttel fHerzogthum) zZz

lings. Durch Heinrichs des Löwen Fall ward das sassischeGroßherzogtbum zersplittert. Otto das Kind trug 1235 vieherzogliche Würde aus seine Allodialiänder über, und ,s entstanddas Herzogthum Braunichweig-Lüneburg, dessen Einwoh-ner sich von nun ° an BraunsAweiger n unten. Doch >st noch jetztihre Abstammung in Mitten und Gebräuchen, wie in dem Aach-hall attsafsiicher Gesetze unverkennbar. Später sind Wendeneingewandert, von deren Abkunft sich nock Spuren in der Aus-sprache und in den Namen mancher Wohnsitze, alsW-ndezell, Wen»deburg, Wendhausen, erhalten haben. Der Einwobnergrundstamm,der Bauer, ist im Ganzen von starkem und festem Körperbau.Blaue Augen und blondes Haar trifft man durchgehende häufiger,als braune Augen und schwarzes Haar. Wenig Ausdruck liegt inder Physiognomie; mehr Phlegma und Gutherzigkeit. Wollust undWeichlichkeit haben bis jetzt noch keine -sichtbare Entnervung be-wirkt. Mäßigkeit und Arbeit stärken den Körper des Sandman-nes, dem heftige Leidenschaften meistens fremd sind. Die unge-wöhnlich große Anzahl der Leibzüchter, welche doch in der Regelsich nicht vor dem üosten Jahre zur Ruhe setzen, bewe-j't, daß yietdie meisten Menschen ein hohes Alter erreichen; man findet sogar,besonders in den Gebirgsgegenden einige, die ihr Leben auf -04und il2 Jahre bringen Des Landmanns vorherrschender Cha-raktrr ist deutscher Ernst, gerader Ginn und reizbares Gefühlfür seine Ehre. Allch Muth,' Arbeitsamkeit und Beharrlichkeit feh-len ihm nicht. Aber leider hat sich di sen echtdeutschen Grundzü-gen ein fast unbesiegbares Mißtrauen beigesellt, dessen Quelle wiehier nicht entwickeln können. Zuvorkommende Höflirkeit liegtnicht im Charakter dieser Menschen, und sie sind von Kriechern sosehr entfernt, daß vit ihr Bettagkn, besonders in der Nähe gro-ßer Städte, in Grobheit ausartet. Edel erscheint die Gast rei-heck, welche dem Bauer hier überall eigenthümlich ist, untadclhafkist der Steifsrnn, womit er nicht nur auf seine Rechte und Frei-herren hchr, sondern auch den Sitten, Gebräuchen und Gewohn-heiten seiner Bäter stets treu bleibt. Dabei ist er n'chts weniger alsbigott, nnd sein Pfarrer gilt ihm mehr alsM nsch, wie als Spenderhimmlischer Güter. Di Abneigung, welche der braun-chwcigische Bauetgegen den Soldotenstanv fast allgemein fühlt, hat ihren Grundkeineswegs in nrruhloier Schwäche. Sie lag bisher in der Landcs-rk. Der eiserne Scepter Westphalens und das geaen eine

» k^E'Nde Sklaverei zu sehr empörte natürliche Gefühl oeseanvmannes hakte sie verdoppelt. Es kommt also nur auf daSgetragen des Fürsten und auf, die neu zu bildende Verfassung an,i Wid>rwillen zu heben. 'Die widrigsten Züge im CharakterLandmannes sind indessen bei dem wohlha-, "deren theile unerträglicher Bauernstolz, welcher in AnsehungMchheirathen dem alten stiftsfähigen Adelstölze nichtsungeheure Prozeßfiicht, die oft v>r!citet, lieber Haus»Nnr als einen Rein, den d-'k Bauer sein

iürnäH-erin liegt zugleich der Grund einer oft un-iiiir,» W:d>'«.'sitzlichkeit gegen zweckmäßige, den Zeitbedürf-Adf->-^"b^ende Neuerungen. Bon dem Charakter der Groß-die Rede seyn Wer vermag diesesDie man, seltsamsten Widersprüche aus einander zu klauben?b tyrre uno igenti'.ch humane Bildung der höhern Wolksclapi's. (Lichpl. Bd.) 2)