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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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Des ersten Thals andres Lapttel

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und ich weiß nicht wie sonst noch mehr , diesich des Abends in den Finstern aufhattensolle,drohet; Es werden ihnen hiedurch un-nöthiger Weise einige fürchterliche Ideen,die ihnen ihre gantze Lebenszeit ankleben,in den Kovfgesetzt, und es haben wohl biß-weiln Männer zuthun, wenn sie dasjenige,was sie als Kinder von dergleichen Mate-rien eingefangen, wieder loß werdenwollen.

§. 2. Es ist überaus wohl gethan, wennman ihnen von Jugend auf den Verstandscharffet,undsie von allerhand,was sie ih-rer curioürat nach zu wissen verlangen,unterrichtet,insonderheit aber den Grundanzeiget,warumdieses so und nicht anderssey, auch bey ihnen, wenn sie etwas redenoder vornehmen, sich nach t>er Raison er-kundiget, warum sie also reden, oder aufdie Art handeln. Spüret man, daß sieentweder etwas ohne Raison vornehmenoder einen falschen Grund sichm ihrer Lei-tung erwehlen, so muß man ihre Irrthü-mer mit Sanffrmuth verweisen, und siealsdenn auf einen bessern Weg zu bringen,bemühet seyn. Indem auch die Kindersehr nach den Exempeln gehn, und diesel-ben in ihren Gemüthern einen starckenEindruck machen, so muß man ihnen aller-,Hand Exempel der Klugheit und Thorhei-ten vorstellen. Es muß ihnen derHofmei-ster aus der Historie allerhand Lebens-Ge-schichte berühmter Leute erzehlen,und al-lenthalben dabey,nachAnleltungder in denjungen Knaben verborgen liegenden Nei-gungen,gute ^oralen und Regeln heraus-ziehen,wie er zu seinem Endzweck vor dien-lich befinden wird. Er muß ihnen zu Zei-tendie Thorheiten der Menschen mitihreneignen Augen erkennen lassen,damit sie vordas Böse einen desto grossem Abscheu be-kommen. !

§. 3. Es ist eine nützliche Arbeit vor dieJugend, wenn sie bey Zeiten angewöhnetwird, eine in den gemeinen Leben vorkom-mende Rede mit einer guten Ordnung zuhalten. Es taugt nichts, daß man vor-nehmer Leute Kinder mit AusarbeitungenderLllrienund andernReden, die mit einHaussen schulfuchsiaen Figuren ausstaffi-ret sind, zuplaget, denn dergleichen Falleereignen sich gar selten, da sie eines solchenorarorischen Vorraths vonnöthen hatten.Hingegen trägt es sich fast alle Tage U,ei-nen ordentlichen Vortrug zu thun. Manmuß sie gewöhnen, daß sie eine lange Hi-storie,die sie gelesen,oder die ihnen sonst be-

kandt ist,aufeine deutliche Art und mit ei-ner guten Manier,ohne daß sie dabey aufdie Nagel schauen, oder innen hatten, her-sagen lernen; Es fehlet vielen gelehrtenLeuten hieran: Indem sie allzufthr kün-steln wollen, so verfallen sie darüber in Umdeutlichkeit, und Unordnungen, da hinge-gen viel gemeine und unüuäirte Leute dieGaben haben,eine Sache ordentlich undmanirlich zu erzehlen. So muß man ihnenauch verbiethen, daß sie nicht ohne NothFranzöische oder Lateinisthe Wörter in ih-re Reden mit einflicken, weil diese von denmeisten Teutschen angenommene Ge-wohnheit von allen vernünfftigen Leuten,die sich aufeine gute Schreib-Art verstehhen, mißbilliget wird.

§. 4. Ein Hofmeister muß aufdas Tem-po,wenn sie Lust haben etwas zu studittn,wohl Achtung haben, und sich dasselbe zu -Nutze zu machen wissen; in einer Stunde -da sie begierig sind, können sie mehr lernen, !als sonst in dreyen. Wenn ihnen die Lust 'vergangen, so muß er sie alsdenn nicht garzu scharff anstrengen, sondern ihnen einezulaßliche Gemüths- Erquickung gönnen.Er muß sich bemühen, damit er ihnen dienöthigsten Sachen Discurs weise, undgleichsam in&vide beybringe. DasWortSchule ist den meisten Kindern ein unan-genehmes und verhaßtes Wort,und wennsie etwas ausserhalb den Schulstunden inSpatziergehen von den Hofmeister lernensollen,so wirds ihnen viel leichter und ange-nehmer seyn, als in der Schule,das ist, beyderjenigen Art,die ordentlich zum lehrenund lernen ausgesetzt. Wenn sie etwassonderlichesp» Tüiren, muß ihnen eine ge-wisse Belohnung,die nach ihren Neigun-gen eingerichtet, ausgesetzt werden, dennauf die Art werden sie em andermahl zngleichen Fleiß angefrischet; Es kan auchnicht schaden, wenn man einige junge tn-gendhaffte Leute, die ihnen an der Fähigekeit ziemlich gleich sind, mit ihnen Tmullrenlast.

§.5. Man muß sie mit den ausweMlernen,so viel als möglich,verschonen, uAüberhaupt ihrGedachtniß mcht gar zu 0beschwehren, sondern ihnen die Sachencum judiLio beybringen, so wie sie aus eir^ander fliessen, und am natürlichsteneinander verwandt sind; Aufdie Art mel-den ihnen die Wissenschaiften erleichtert-und sie behalten solche auch viel besser'Damit der Lehrmeister dahinter kopme, ob sie alles nach seiner intentrontfai

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