Des erste» Theils neundtes Lapuel
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Pferde jpcmgen,balö zur Rechtenchald zurLincken, und zwar ohne Steig - Bügel;Diese hatten sie damahls noch nicht.Hiezuwar nun geordnet ein Lxercmen-Meister,oder ein alterOfficier,der eben das verrich-tete, was heutiges Tages der Major thut.Er wurde Campi Doctor genennet. Alia-nus hat in seinen schönen Buch von derGriechischen Krieges Dilciplin, welches erdem Käyser »adriano zugeschrieben, vielesberichtet von der besondern Übung. Siebrauchten sonst eben solche Wörter,als derMajor heutiges Tages braucht, wenn erdie Soldaten exerciret. Wer solle glau-ben, daß solche kormulen noch von altenZeiten her waren. Ich will einige Ter-minus Frantzösisch aus der FrantzöischenÜbersetzung des Miani hieher setzen:
Prenes vos armes,
Armes debour,
Prenes vos distances,
Tenes vos rangs,
Avaaces,
Detneur£s,
Doubles les flies,
Remettes Vous,
Doubles les rangs,
A droit faires la Conversion,Remettds Vous,
und dergleichen alteFormulenmehr. Sie-he bey dem p. Daniel l orn.I.bib.V.Lap.VII.
p. -74. 375-
§. 9 . Junge Cavaliers MÜstkN ZU denTurnier-Spielen , die an grosser HerrnHöfen von langen Zeiten an, oißauf diejetzigen gebräuchlich gewesm, pr-parirtwerden. Turnieren »st ein recht alt teut-sches Wort, und heist so viel als lustig seyn.Käyser Heinrich derVogler hat sie nicht sowohl erfunden, sondern a. 935 . um denFrantzosen und Engelländern darinnennachzuarten,angeordnet. Es sind der-selben viertzig biß zu den Letzten, das zuWorms gehalten worden. Was zu sol-chen Turnier-Spielen erfordert wurde,kan man aus den Autoribus sehen,so davongeschrieben, absonderlich Rixner. Es jun-gen sich die Turniere mit den Kolben an,darauf griff man zu den Schwerdtern,und brachte mit selbigen den ersten Tag zu,folgenden Tages gieng das Gesteche in ho-hen Zeugen, und folgende Tage darauf dieandern ritterlichen Übungen, mit Ringen,Springen, Lausten, Stein-und Stangen-Stössen u.Werffen fort;DieAbende durchtantzte man mit den adelichen dazu erfor-derten Frauenzimmer, welche auch dieDancke, oder Gewinste austhellten. Die-
; je bestunden in einen guldnen Schwerd,!Kräntzen,güldnen Ringen, güldnen Ket-ten und andern Kleinodien, wiewohl mansich eben so genau daran nicht band, maßenwirlesen, daßHertzog Heinrich von Thü-ringen aufseinen zu Nordhausen gehalte-nen Turnier einen ziemlichen hohenBaummachen lassen, dessen Stamm und Zwei-ge von Gold, die Blätter aber vonSilbergewesen,davon demjenigen,dem seine Lan-tze ohne Bewegung in Sattel gebrochen,ein silbernes Blatt, dem aber, der seinenGegentheil aus den Sattel herunter ge-worfen, ein güldner Zweig zu Danckeward.
Unsere Vorfahren hatten ein sol-ches Spiel,welches sie Bundwerck hiessen,oder das Nennen in den alten Pund, wiedenn sonderlich folgende Spiele wohl zumercken : Das alt teutsche Gestech in ho-hen Zeugen, das teutsche Alt-Crönlein-Gestech, das alte Geschifft / TartzenRennen, das Wilisch Rennen indenArmen, das Feld-Rennen in den Stil)!in Pund, und StihlMglicher/ein Tur-nier zu Roß in Schimpf und Ernst zu ge-brauchen, das Rennen mit den Wulst, unddie Tartzen fest angezogen, das Geschifftalt teutsche Schewen-Rennen, das Ge-stech, so man nennet in Pain, das alteRen-nen inden Scheiben-Schweif,und denndas Pfannen-Nennen. Allein es wirdniemand sich wohl recht vorstellen können,worinnen diese Spiele bestanden, und wiesie von einander unterschieden seyn. Dochkan einer, der curieus seyn will, ziemlichermästen sein Como finden, wenn er joh.Aquilam hierinnen zu Rathe ziehet,als derde omni ludorum geoerc, von allen und ie-den Spiel-Arten, ein eigen Buch geschrie-ben. Des Rixncrsfem Turnier-Buch istun einigen Orten verdächtig, und sind da-rinnen viel Umstände erdichtet, daß mansich also nicht vollkommen darauf verlas-sen kan.
Das neunte Capitel.
Von
Der Reite - Kunst.
§. 1.
As Reiten ist ein schönes Exerciti-um, fb königlichen, und fürstlichenPrintzen höchst anständig, und zu