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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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273
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^ ^Vorr allerhand Krieges-List und Stratagemmbm & c . 273

und ander Vieh des Feindes Lager«der treiben, oder nahe bey denselben

vu« «ui;e vky vcnscwc«S 1 ? 6 kyde gehen lassen. Ist nun dercj° Elches gewahr worden, ist erlldAgen, um Beut zu machen,darüberverdeckten Hinterhalt irr die^gerathen, gefangen und getöder${,3 Man pflegt auch wohl desfas C L üe ^ Xrenchemestt, so V0N Erde UNdttz^en gemacht, mir heimlichen Feucr-^ Es-Sachenanzuzünden,zu verbren-^ dem- Feind dabey mit Machtfreisten.

Die Mittel durch rvelche manFxjAckelst der Kurrst und Arbeit deseindringende Gewalt aufhaltenkönnen Walle , Irenebementep,Mauren und dergleichen seyn.SeMi f en haben sie sich starck einer Wa-ß,.^rg bedienet, und sich damit befe-Wenn es zu einen Treffen kom-d/^haben sie ihre Flügel der Schlacht-k ttQ also eingerichtet,daß sie so wohl^.oer Seiten als rückwärts mit derfqAnburg verwahrt,und dann desEin-schert gewesen, also daß derFeindFronte auf sich treffen können.4 a? auch die Fuhrleut besagterN'Aaburg auf erheischenden Fallfort-lassen, um entweder sich zu öffren,^ Feind mit einzuschliessen, nach-die Gelegenheit an die Hand ge-dyv x' ven Feind zu verfolgen oder auch^nrfelbeu zuflrehen.

Von

Aand Krieges-List und

dadurch mansei-

^ind schadet und ihn berücket,

§,

^ es eininahl zu einen billigen Ad aus einer rechtmäßiger;

Vache hcrrührerrden Krieg ge-?' lr^ilt es der Gerechtigkeit gleichÄeh geschiehet ohne BeleidigungAkhi?' ob man seinen Feind öffentüch,AdieTftrger Weise angreiffe. WoAll, m,?^bu-Haut nicht durchdringenn/such-n ?an es mit der Fuchs-Haut^übx^oer aber vielmehr diese mitje-

^yen. Man thut wohl , wenn^austeilt, als ob mandiesenWeg

Trutjche Sslvar )

ziehen wolte, hernach aber, Wenns zumMarch kömt,einen gantz andern fortzeucht,so macht denn der Feind an einen andernOrt Anstalten zum Gegenwehr, und wirdhernach an dresen gantz unvermuthet ü-herfallen.

§.2. Man hintergehet dem Feind,wenndie^ Soldaten andere Kleidung anlegen,da sie sich denn unter den verstellten tts-bk eines und andern Orts bemächtigenkörrnen. Also findet man in der Historie,daß sie sich bißweilen in Jäger-ttabk ver-stellet, manchmahls inWeldes-Personenangekleidet, wie Bauren, so Geträide ver-kauffen wollen, bißweilm haben sie sichauch unter die Heerden Vieh gemenget,und sind also mit fortkommen. Also ließPrintz Moritz von Nassau An. 159r. 9*Soldaten, nemlich 4. in Baner-und 5. inBaurinnen Kleidung sich verkleiden, undButter und Käse in chren Körben vor diestarcke Schantz vor Zütphen tragen,ver-steckte aber daneben auch bey Nacht in derNähe vor der Schantze, eine grosse An-zahl Soldaten. Sobald nun dieSchan-tze des Morgens geöffnet, lehneten sich dievermeinten Bauren aufihre Stöcken dieWeiber bückten sich nach ihren Körbennieder,als wollen sie ihre Waare derWa-che verkauffen. Indem sie nun also ohnalle böse Gedancken stunden, zuckte einevon den vermeinten Bäurinnen unter ih-ren Rockein Rohr hervor, besprungendie Wache und Pforte, und kamen unter-dessen auch auf den gethanen Losungs-Schuß die versteckten Soldaten eilendshervor, und Printz Moritz bemächtigtesich also nicht allein der Schanßen, son-dern m weniger Zeit hernach der Stadtselbsten.

§. 3 . Einige wollen auch der vergönn-ten Krieges-List mit beyzehlen, wennman sich anstellet Freund zu seyn durchVeranlassung einer Unterredung, wieeines und das andere anzugreiffen, undinzwischen die vornehmsten Qfficiererherauslocket, und nachgehends untersolcher Unterredung des Feindes Lageroder Quartier, so sich dessen nicht be-sorget, und da die Sachen der Gebührnach nicht bestellt, sie unversehens atta-quirt und überfällt; ich halte aber da-vor, daß dergleichen wider Treu undGlauben lauffen ,die man auch im Krie-ge seinen Feind zu erzeigen schuldigist.

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§. 4 »